Architects – Daybreaker

| 24. Mai 2012 | 1 Comment

Architects

Für Architects steht der große Umbruch an. Während dem Quartett aus Brighton – Tim Hillier-Brook verließ die Band vor einem Monat, um sich anderen Projekten zu widmen – ihr im Januar 2011 veröffentlichtes Album “The Here And Now” größere Konzertsäle, dazu TV- und Radio-Rotation einbrachte, wurde die Mischung aus positiven, hoffnungsvollen Texten und deutlich ruhigeren, stellenweise sogar emoesken Tracks nicht durchgehend positiv aufgenommen. 18 Monate später ist es nun Zeit für einen großen Neustart, wie es Gitarrist Tom Searle nennt, in Form des mittlerweile fünften Studioalbums “Daybreaker”.

Erstmals ist bei den Briten so etwas wie ein “globales Bewusstsein”, so Searle, erwacht, nicht zuletzt durch die Unruhen in London, den Arabischen Frühling und die Occupy-Bewegung beeinflusst. Während Architects versuchen, aus Korruption und Ungerechtigkeit schlau zu werden, entdecken sie gleichzeitig ihre Wut wieder, wie das “Devil’s Island” vor einem halben Jahr bereits andeutete. Ruhige, nachdenkliche Momente bilden so etwas wie einen Rahmen, den Hauptteil machen jedoch brachiale Gitarren, Math-Elemente und Meshuggah-Riffs aus, während sich Sam Carter die Seele aus dem Leib brüllt. Ein wenig fühlt man sich an die Anfangstage erinnert, auch wenn der klar gesungene Refrain jene kontrollierte, “erwachsene” Wut andeutet, wie Architects ihre Evolution trefflich beschreiben.

Die ebenso vorab veröffentlichten Tracks “These Colours Don’t Run” – fieses, düsteres Geballer mit bedrückender Atmosphäre – und “Alpha Omega” – ein deutlich eingängigerer Track, jedoch ebenso hart und stählern im Auftreten – schlagen in eine ähnliche Kerbe. Für das herrlich kaputte “Even If You Win, You’re Still A Rat” hat man sich Oli Sykes von Bring Me The Horizon ins Studio eingeladen. Die Mischung aus forschen, beinahe math-punkigen Riffs und nachdenklichen Momenten geht auf, wird über Albumlänge (“Outsider Heart”, “Daybreak”) zelebriert. Architects haben aus den Fehlern ihrer Vergangenheit gelernt und arbeiten nun deutlich sparsamer, überlegter mit Klargesang und eingängigen Melodien, wovon die Dynamik des Albums ungemein profitiert.

Schwierig hingegen ist es mit “Behind The Throne”, einer Art gespenstischen Halb-Ballade, die auf Linkin Park-Elemente der “Minutes To Midnight”-Ära setzt, jedoch blass und spannungsarm bleibt. Auch die abschließende Ballade “Unbeliever” wirkt relativ unspektakulär, woran das heftige, intensive Finale herzlich wenig ändert. Mit derlei Belanglosigkeiten schwächen sich Architects einmal mehr selbst, auch wenn “Daybreaker” um einiges kraftvoller als sein direkter Vorgänger wirkt. Gerade die Vocals-Dynamik funktioniert auf dem fünften Album besser, die Rückkehr zu mehr Härte kommt zur rechten Zeit. Ohne Füllmaterial (“Unbeliever”, “Truth Be Told”) und Stinker (“Behind The Throne”) wäre dies eine großartige Platte, so ist aber immerhin ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 25.05.2012
Erhätlich über: Century Media (EMI Music)

Website: www.architectsofficial.com
Facebook: www.facebook.com/architectsuk

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Category: Magazin, Reviews

  • kevin

    ich musste der platte echt ne weile zeit geben. Ich fand sie anfänglich mega platt und so gewollt ‘back to the roots’-mäßig. Aber jetzt mag ich viele der Songs! The Here And Now war jedoch spannender finde ich. These Colours Dont Run ist schon geil hart am ende :)

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