Skraeckoedlan – Eorþe

| 15. Februar 2019 | 0 Comments
Skraeckoedlan

(c) Fuzzorama Records

Viele Umwege führen zwar nicht nach Rom, wohl aber auf den Gitarren-Rock-Olymp, den Skraeckoedlan aktuell erklimmen wollen. Die Schweden hatten Anlaufschwierigkeiten, erst im vergangenen Jahr erschien ihr 2011er Debüt „Äppelträdet“ hierzulande offiziell, der Nachfolger ist weiterhin nur auf Vinyl per Import zu haben. Dass sich beim Trio mit den spannenden Gesichtsbemalungen in der jüngeren Vergangenheit aber rein musikalisch einiges getan hat, zeigt nun der Drittling „Eorþe“ (dt. „Erde“). Verschwitzter Stoner Rock rückt in den Hintergrund, es wird deutlich progressiver.

Dass sich im hohen Norden so manches geändert hat, deuteten bereits die Vorboten an. Ein „Kung Mammut“ beginnt noch relativ geradlinig mit kräftigen Drums und derbem Riff, doch mit fortlaufender Spieldauer heben Skraeckoedlan gen Prog und sogar Psych ab – das erinnert schon mal ein klein wenig an Mastodon. Nachdenkliche, reduzierte Passagen treffen auf rasiermesserscharfe Gitarrenarbeit, verhaltene Soli und ordentlich Lässigkeit, der ein „Tentakler & Betar“ in aller Kürze und Direktheit die Stirn bietet. Es soll dies ein überaus seltener kompakter Ausflug bleiben.

Tatsächlich agiert die Band nun vornehmlich im XXL-Format, und das verdeutlicht „Elfenbenssalarna“ wohl am besten. Geschickt die Zehn-Minuten-Marke sprengend, bauen die Schweden in aller Gemächlichkeit monolithische Klanglandschaften auf, denen butterweiche, eingängige Abschnitte und ein ausgedehentes, melancholisches Finale gegenüberstehen. Von den mächtigen Stoner-Riffs des Debüts bleiben nur noch einige wenige Reste über. „Creature Of Doggerland“ schüttelt eine solche Monstrosität aus dem Ärmel, verliert sich zwischendurch in ausladenden instrumentalen Gefilde und lädt schließlich zur Jam-Session ein – umständlich, aber mit Leidenschaft vorgetragen.

Überhaupt scheinen Skraeckoedlan auf ihrem dritten Album bevorzugt ums Eck zu denken. Nur selten kommt „Eorþe“ direkt auf den Punkt. Wer eine weitere imposante Stoner-Fuzz-Platte wie „Äppelträdet“ erwartet hat, dürfte enttäuscht sein, schlecht ist hieran aber rein gar nichts. Viel Geduld, gute Kopfhörer und offene Ohren führen ans Ziel. Die packenden Riffs sind nach wie vor da, nun eben hinter endlosen Jams versteckt. Es lohnt sich, etwas genauer hinzuhören und einige zusätzliche Durchläufe zu investieren – in punkto Spielfreude sind die Schweden ganz vorne mit dabei. Man muss nur auf unerwartet abdriftende und leicht selbstgefällige Arrangements gefasst sein, dann stellt sich der Spaßfaktor von selbst ein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.02.2019
Erhältlich über: Fuzzorama Records (Soulfood Music)

Website: www.skraeckoedlan.com
Facebook: www.facebook.com/SKRAECKOEDLAN

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Category: Magazin, Reviews

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