Cil City – Jump Off The Cliff

| 18. Februar 2019 | 0 Comments
Cil City

(c) Johannes Dürhammer (Jazztime)

Gut gemachter Rock aus Österreich geht immer und kaum eine heimische Band verkörpert dies aktuell so gut wie Cil City. Noch nie gehört? Tatsächlich arbeiten die Wiener noch an ihrem Ruf, sind von den braven Anfängen als AC/DC-Cover-Band mittlerweile aber meilenweit entfernt. Nach dem Release ihres Debüts „Red Ocean“ musste unter anderem die komplette Rhythmusabteilung ersetzt werden, diverse Festival-Auftritte folgten. „Jump Off The Cliff“ meistert die vermeintliche Hürde ’schweres zweites Album‘ nun mit Bravour.

Der eröffnende Titelsong fasst das Geschehen gut zusammen. Cil City befassen sich vornehmlich mit Hard Rock, verschließen sich allerdings ebenso wenig moderneren Alternative-Einflüssen. Sängerin Deniz Malatyali verfügt über eine beeindruckende, alles einnehmende Präsenz und diktiert das Geschehen mit ihrer kraftvollen, angenehm leidenschaftlichen Stimme. Begleitet von bissigen Riffs und angenehm pulsierendem Fundament entwickelt sich im Nu eine druckvolle Hymne. Klar, die obligatorische Solier-Arbeit darf nicht fehlen und sorgt für ein wenig Frische.

Wer es gerne heavy und anspruchsvoll mag, entdeckt „Fears In My Head“ als neuen Favoriten. Hier zäumen Cil City das Pferd von hinten auf, geben sich eine Spur düsterer und lassen sich Zeit, bevor sie überraschend bleierne Schwere auspacken – gespenstisch, brutal, eingängig. Vermeintliche Rock-Standards, wie das treffend betitelte „She’s Rock’n’Roll“, die grandiose Ballade „#8“ mit persönlicher Note oder das überaus wichtige, politisch geprägte „Shout It Out“ – zugleich eine bärenstarke Midtempo-Hymne – erweisen sich ebenso als Favoriten.

Eine Sammlung kurzweiliger, durchaus anspruchsvoller Rocksongs mit ordentlich Abwechslung, leidenschaftlichem Songwriting und einer grandiosen Stimme tragen kurz und knapp nach vorne. „Jump Off The Cliff“ verzichtet auf überflüssiges Fett und kommt stattdessen schnell auf den Punkt – bissig und mit wachsender Begeisterung. Cil City halten das Niveau von „Red Ocean“ locker und zeigen sich auf ihrem zweiten Album deutlich reifer, musikalisch breiter aufgestellt und bereit für höhere Weihen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.02.2019
Erhältlich über: GiFD Records (Preiser Records)

Website: www.cilcity.com
Facebook: www.facebook.com/cil.city

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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