Minors – Abject Bodies

| 19. Februar 2019 | 0 Comments
Minors

(c) Holy Roar Records

Aus Kanada schwappt eine dicke Portion musikalisches Sperrfeuer herüber. Nur ein gutes Jahr nach ihrem Debütalbum „Atrophy“ haben Minors bereits einen Nachfolger in den Startlöchern. Das Quartett aus Windsor, Ontario versteht sich auf eine unnachgiebige Mischung aus chaotischem Hardcore und zähem Sludge, was unter anderem Vergleiche mit Will Haven, Converge und Employed To Serve einbrachte. Auf „Abject Bodies“ zeigen sie sich abermals herrlich kompromisslos und anstrengend.

Natürlich wirken knapp 30 Minuten Spielzeit auf den ersten Blick recht übersichtlich, aber das ist mehr als genug, denn der Sound der Kanadier hat es in sich. Während sich der eröffnende Titeltrack wie eine Art Intro instrumental in die Länge zieht, legt „Consumed“ sogleich den Schalter um und sprintet schrill nach vorne. Sogleich befinden sich Minors in media res und packen rabiates Math-Geballer aus, das sich mit fortlaufender Spieldauer verlangsamt. Dieses geschickte Werkeln am Tempo-Regler erstreckt sich im Übrigen über die gesamte Platte und sorgt unter anderem in „Boneyard“ für intensive Grenzerfahrungen zwischen Ballerburg und Groove-Monstrosität.

Gerade gegen Ende dieses Zweitlings ziehen Minors ihre Tracks exzessiv in die Länge und sorgen für komplette Entstellung. Ein „Garden Of Dismalism“ mit seinen singenden Gitarren rüttelt sogar an der Sieben-Minuten-Marke und lässt vollkommene Noise-Entfremdung zu – ein krasser Gegenpol zum ruppigen, rabiaten Auftakt des Albums. Natürlich schleichen sich zwischendurch noch ein paar abwechslungsreiche Blendgranaten ein. Gerade der Titelsong hat es in sich mit seinen wiederholten Eruptionen und dem angenehm zähen Schlussakt.

Nichts für schwache Nerven: Auf „Abject Bodies“ geht Minors ihren Weg souverän weiter und rammen den Finger wiederholt, immer tiefer, in die offene, eitrige Wunde. Ihr scheinbares intuitives, urplötzliches Umschalten von purer Hektik auf Zeitlupen-Zerstörung ringt Respekt ab und verlangt zudem einige Extra-Durchläufe, um diesen Noise-Brocken auch in vollem Umfang zu erfassen. Keine Spur vom schweren zweiten Album, dafür Abriss in Reinkultur – so geht Chaos mit Methode.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.02.2019
Erhältlich über: Holy Roar Records (AL!VE)

Facebook: www.facebook.com/weareminors

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Category: Magazin, Reviews

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