God Mother – Vilseledd

| 3. Januar 2018 | 0 Comments
God Mother

(c) Party Smasher Inc.

Während The Dillinger Escape Plan kürzlich den Rückzug antraten, züchten sie selbst neue Krachmacher auf ihrem eigenen Label Party Smasher Inc. Hier finden sich unter anderem God Mother wieder. Die 2012 gegründeten Schweden sorgten bereits vor zweieinhalb Jahren mit ihrem Debütalbum „Maktbehov“ für Aufmerksamkeit zwischen Grind, Sludge und Hardcore Punk. Das vogelwilde „Vilseledd“ (dt. „fehlgeleitet“) knüpft nun nahtlos an dessen Wahnsinn an.

14 Songs, eine knappe halbe Stunde Spielzeit – am kontrollierten Chaos der Schweden hat sich ebenfalls rein gar nichts geändert. Der Opener „Dödfödd“ rattert in 31 Sekunden – samt Mini-Intro – durch und führt nahtlos in den Math-Grinder „By The Millions“. Bei dieser vollen Breitseite bleibt schon mal die Luft weg. Wie gut, dass „Tar Mirror“ das Eröffnungstrio mit etwas langsameren Klängen im rudimentär umrissenen Sludgecore-Umfeld abrundet, dabei aber stets gefährlich und vogelwild bleibt.

Was God Mother so spannend macht, ist ihre Unberechenbarkeit. Stets drohen die Skandinavier zu explodieren und überraschend mit neuen cleveren Wendungen. Ein „10.000 År“ hat stellenweise etwas von ihren Labelchefs, nur um urplötzlich wieder in Nasum-Gefilde abzudriften. „De Ovälkomma“ rattert mit purem Kvelertak-Wahnsinn aus den Boxen und packt schon mal ein paar schwarzmetallische Untertöne in den Mix, während „Burdenless“ alles in einen Topf wirft und fünf Minuten lang umrührt. Von kaputter Converge-Magie über Grind-Vollsprint bis zum doomigen Sludge-Finale ist hier alles dabei.

Kurz aber effektiv – auch das ist ein Trend, der sich bei God Mother fortsetzt. „Vilseledd“ trotz allen Erwartungen und wirkt ganz unbelastet vom neuen Label-Umfeld oder dem vermeintlich schwierigen zweiten Studioalbum. Stattdessen pflügen die Schweden einmal mehr durch sämtliche Extreme, erneut angenehm kurios, sperrig und verhalten eingängig zugleich. Die metallische Breitenwirkung ihrer verblichenen US-Brüder mögen sie zwar nicht haben, in ihrer Nische können ihnen jedoch nur wenige das Wasser reichen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.10.2017
Erhältlich über: Party Smasher Inc. (DL-Album)

Facebook: www.facebook.com/godmotherband

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Category: Magazin, Reviews

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