Electric Wizard – Wizard Bloody Wizard

| 1. Januar 2018 | 0 Comments
Electric Wizard

(c) Spinefarm Records

Die ewigen Electric Wizard aus Dorset melden sich zurück. Beinahe 25 Jahre im Geschäft, packen die britischen Stoner-Doom-Legenden nach wie vor kleine Leckerbissen in lockerer Abfolge aus. Vom einzigen verbliebenen Gründungsmitglied Jus Oborn vorangetrieben, hat man mittlerweile sogar ein eigenes Label am Start und reicht weiterhin kleine Großtaten nach. „Wizard Bloody Wizard“, das mittlerweile neunte Studioalbum, hätte auch vor zehn bis 15 Jahren prima funktioniert.

Mit 42 Minuten Spielzeit vergleichsweise kurz ausgefallen, bringen Electric Wizard ihren gewohnt pointierten Sound sogleich auf den erwarteten Nenner: gemächlich, verdammt heavy und leicht entstellt. „See You In Hell“, die Video-Auskopplung, setzt auf mächtige Distortion, ein verdammt schlichtes (und doch so eingängiges) Riff, sowie rhythmische Stoik. Warum großartig gen Decke strecken, wenn es auch mit einfachen Mitteln geht? Routine klingt aber anders, denn trotz vertrauter Klänge hallt jede einzelne Note mit Herzblut nach, von Oborns gewohnt intensiven Vocals ganz zu schweigen.

Auch der Rest vom Schützenfest bewegt sich in erwartet überlangen Gefilden, einzig durch das psychedelische Fragment „The Reaper“ unterbrochen. Das gigantische „Mourning Of The Madness“ kämpft sich durch elf zähe Minuten und bleibt trotz Mini-Durchhänger zu Beginn durchaus ansprechend. Anfangs eine Spur zu tief ins Doom-Glas geschaut, entwickelt der Post-Stoner-Track nach und nach ein hibbeliges Eigenleben. Das druckvolle „Hear The Sirens Scream“ bringt den intensiven Sound des Quartetts hingegen auf den reduzierten Punkt und leben von purer Riff-Magie – abermals einfach und doch so gut.

Der Hang zu tendentiell simplen Riff und übersichtlichem Songaufbau mag nicht auf ungeteilte Gegenliebe stoßen – nur wenige Bands im Stoner-Doom-Sektor polarisieren so stark wie Electric Wizard -, die reduzierte Herangehensweise hat allerdings Methode. Cleveres Songwriting, Osborns gewohnt manischer Gesang und instrumentale Cleverness schwimmen auf der Genre-Ursuppe, getragen von ellenlangen Rohdiamanten. Abermals lohnen sich Geduld und Sitzfleisch.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.11.2017
Erhältlich über: Witchfinder Records / Spinefarm Records (Universal Music)

Website: www.electricfuckinwizard.com
Facebook: www.facebook.com/electricwizarddorsetdoom

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Category: Magazin, Reviews

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