Vanora – Momentum

| 30. August 2017 | 0 Comments
Vanora

(c) Crime Records

Die große Djent-Welle mag zwar längst an Schwung verloren haben, bringt aber nach wie vor gute bis großartige Bands hervor. Aktuellstes Beispiel dafür sind Vanora. Die fünf jungen Norweger gibt es erst seit drei Jahren, sämtliche Zutaten des modernen Prog-Wahns müssen sie folglich mit der Muttermilch aufgesogen haben. Fans von The Contortionist, TesseracT und Meshuggah dürften an ihrem Erstling „Momentum“ große Freude finden.

Natürlich sind die Herren aus der Hauptstadt Oslo mehr als ’nur‘ eine weitere Djent-Band. Beim Opener „Mask“ angefangen, packen sie reihenweise Modern-Prog-Extreme zwischen klarer, verspielter Melodik, Synthis und bärbeißiger Heavyness aus. Was sich vielleicht ein wenig generisch liest, fährt brillant durch Mark und Bein. Besagter Auftakt lässt sich ein wenig Zeit und explodiert nach gut 90 Sekunden erstmals. Fortan wechseln sich wütende Growls, eingängiger Gesang, Melodic-Death-Attacken und verstörende Djent-Riffs ab – vertraut und doch so herrlich frisch.

Größter Bonus der Norweger ist ihre jugendliche Unbekümmertheit, die selbst dem x-ten Djent-Gehversuch noch eine frische Facette abringt. Ein „Laughing Windows“ klingt zunächst ordentlich abgeschmackt, entwickelt dank Keyboard-Einsatz und Polyrhythmik jedoch semi-balladeske Züge, bevor es sogar kurz gen Art-Pop und Agent Fresco geht. „Echo To The World“ arbeitet konstant auf das sprichwörtliche Auge des Sturms zu – ein einfühlsamer Chorus mit Prog-Melodik der alten Schule, von furiosen Shouts regelrecht attackiert. Wieder eine Tür weiter, klopft sich „The Hand That Feeds“ durch Stakkato-Dickicht, das an die Wurzeln der ersten Djent-Generation erinnert.

Übermäßig spannend oder gar kreativ wirken Vanora zumindest nach dem ersten Durchlauf nicht, und doch steckt hier der sprichwörtliche Teufel im Detail. „Momentum“ überrascht mit großem Langzeit-Charme angesichts einer Reihe an feinen Facetten, die sich erst durch mehrere Rotationen freilegen lassen. Begleitet von unbändiger Energie, durchaus frischer Arrangierung und einer packenden Zeitreise durch fünf Prog-Jahrzehnte, gelingt den Norwegern ein überaus stattliches Debüt mit Suchtfaktor. Vanora, diesen Namen muss man sich merken.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.09.2017
Erhältlich über: Crime Records

Website: www.vanoramusic.com
Facebook: www.facebook.com/ThisIsNotVanora

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Category: Magazin, Reviews

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