Glare Of The Sun – -Soil-

| 27. Januar 2017 | 0 Comments
Glare Of The Sun

(c) Martin Baumann

Zombie Inc., Collapse 7, Microtonner, Ghouls Come Knockin‘, Proll Guns – die Vita der fünf Herren hinter Glare Of The Sun liest sich eindrucksvoll, doch die deutsch-österreichische Freundschaft ist viel mehr als ’nur‘ Namen. Mit ihrem gleichermaßen brutalen wie erhabenen Sound landete das Quintett auf Anhieb bei Lifeforce Records, wo der infernal-bezaubernde Mix aus Doom Metal, Post/Prog und Shoegaze eine verdiente Heimat gefunden hat. „-Soil-„ wird zum Siegeszug.

Bezeichnenderweise findet das Debüt in „Circle“ seinen Höhepunkt. Nicht etwa, weil sich diese gut sechs Minuten im Kreis drehen, sondern weil hier alles, wie es im Englisch so heißt, ‚full circle‘ kommt. Sämtliche Ideen, Einflüsse und Sounds kollidieren auf besondere Weise. Von der dramatischen Spannung nebst Flüstern zu Beginn über die bissig-kauzigen Doom-Attacken bis zum atmosphärischen Mittelteil und dem leicht vertrackten, dichten Schlussakt, packen Glare Of The Sun alles, was sie ausmacht, in einen knisternden Giganten, der immer wieder aufs Neue explodiert und ungeahnte Energien freisetzt.

Andernorts fördert „Degeneration“ einige der eingängigsten Momente dieses Albums zu Tage mit seinem butterweichen und doch rauen, unproduzierten Gesang, der selbst in einem Ozean aus harschen Gitarrenwänden besteht und für Gänsehaut sorgt, während melancholische Melodien gen emotionalen Abgrund tragen. In „One Step Nothing“ erinnern Glare Of The Sun hingegen zeitweise an die Death-Doom-Wucht von Swallow The Sun. Aus dem Nichts bricht eine Gitarre aus dem Dickicht und stimmt höchst klaustrophobe Töne an, die Mark und Bein erschüttern.

Natürlich dauert es ein wenig, bis diese 43 Minuten aus dem Quark kommen und ihre eigentliche musikalische DNA freilegen. „-Soil-“ ist eine jener Platten, die mehrere Durchläufe, gute Kopfhörer und einen nach Möglichkeit abgedunkelten Raum verlangen, um ihre volle Strahlkraft zu entfalten. Hörbare Liebe zum Detail, harsche Wut, magisch-melodische, erhabene Momente und der stete Drang, zu neuen Ufern aufzubrechen, stecken hinter diesem herausragenden Einstand, der ohne Frage seinen wohlverdienten Platz auf den Jahresbestenlisten 2017 finden wird.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 27.01.2017
Erhältlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: glareofthesun.com
Facebook: www.facebook.com/glareofthesun

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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