Code – Lost Signal

| 25. Januar 2017 | 0 Comments
Code

(c) Agonia Records

Der Release von „mut“ signalisierte eine Zäsur im Schaffen von Code. Statt Extreme-Metal-Klängen aller Art versuchten sich die Briten nach dem Abgang von Kvohst an proggigen Post-Rock-Klängen mit hörbarem Faible für Dramatik und künstlerisch wertvollen Ansätzen. Wenige Monate später ging es erneut ins Studio, um mit der eigenen Diskographie zu experimentieren. So entstand „Lost Signal“, eine Sechs-Song-EP mit Neu-Interpretationen von Klassikern und aktuelleren Tracks.

Die drei Songs der A-Seite stammen von „mut“ und wurden in deutlich extremere Klänge gehüllt, ohne dabei auch nur einen Hauch ihrer verspielten Intensität zu verlieren. „On Blinding Larks“, eines der verletztlichen Highlights des letzten Albums, hat sich seine fragilen Untertöne zwar bewahrt, trifft nun aber auf bissige E-Gitarren und eine deutlich wütendere Rhythmusabteilung, die „Cocoon“ beinahe punkige Untertöne verleiht und „Affliction“ Gift und Galle speien lässt. Selbst vereinzelte Growls schleichen sich ein.

Fast noch spannender hingegen die B-Seite, auf der Code drei ältere Songs ins aktuelle Soundkorsett zwängen. „The Rattle Of Black Teeth“ von „Respledent Grotesque“ baut knisternde Spannung auf und legt zum Schluss sogar einen Tacken an Tempo zu, ohne dabei auszuticken. Die kurzen, wütenden Schreie in „The Lazarus Cord“ (ursprünglich auf „Augur Nox“ erschienen) erinnern kurz ans Original, doch rundherum gestalten die Briten einen herrlich proggig-rockigen Sound mit knisternder Romantik und pointierter Verzweiflung, die im epischen, ausladenden Finale „Brass Dogs“ („Nouveau Gloaming“) so richtig explodiert und für Gänsehautmomente am laufenden Band sorgt.

Ob mehr Härte auf der A-Seite oder getragene Stimmung auf der B-Seite, die Vorlagen bleiben stets erkennbar, und wirken doch aufregend frisch. „Lost Signal“, ein mehr als gelungenes Experiment, vereint beide Code’schen Fanlager auf einer bockstarken, limitierten 12″ (ebenfalls digital erhältlich), die zugleich eine große Frage aufwirft: Wie wird es musikalisch mit den Briten weitergehen?

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.01.2017 (12″ / digital)
Erhätlich über: Agonia Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/codeblackmetal

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Category: Magazin, Reviews

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