Trivium – Silence In The Snow

| 2. Oktober 2015 | 0 Comments
Trivium

(c) Jon Paul Douglass

Als Trivium 2007 als Support von Heaven And Hell, der Black Sabbath-Inkarnation mit Dio, durch Japan tourten, schrieb Frontmann Matt Heafy einen klassischen Metal-Song, der erst jetzt, acht Jahre später, Platz auf einem Album gefunden hat. Mehr noch, gleich die ganze Platte wurde danach benannt. „Silence Is The Snow“ geht den Weg von „Vengeance Falls“ weiter und verzichtet nicht nur erstmals komplett aus Growls, sondern stampft ein über weite Strecken klassisches Metal-Werk mit modernem Anstrich aus dem Boden.

Der Heavy-Metal-Anstrich des mittlerweile siebten Studioalbums zieht sich durch das gesamte Album. Mit einer glasklaren, ausbalancierten Produktion wirken Trivium dem Loudness War entgegen. Außerdem wurde Drum-Tech Mat Madiro zum neuen Mann hinter der Schießbude ernannt. Kurioses Detail am Rande: Bereits sein Vorgänger Nick Augusto war wiederum als Drum-Tech seines direkten Vorgängers beschäftigt. Aber wie klingt „Silence In The Snow“ eigentlich? Der Track an sich – die Lyrics sollen sich in den letzten acht Jahren kaum geändert haben, wird zur kämpferischen Hymne mit einem Hauch NWOBHM und modernen Einflüssen, die verstohlen Richtung Disturbed schielen; und das, wo man sich erst von David Draiman erst losgesagt hatte.

Sucht man nach Besonderheiten, bleibt man unter Umständen beim symphonischen, leicht bedrohlichen Intro „Snøfall“ hängen. Hinter diesem Arrangement steckt kein Geringerer als Ihsahn von Emperor, der somit den Grundstein für so etwas wie eine neue Trivium-Ära gibt. Wobei, so ganz unerwartet dürfte diese Entwicklung angesichts der letzten Platten nicht kommen, zumal auch das Songmaterial stimmt. „Pull Me From The Void“ vereint die alte und neue Schule mit einer in den Strophen angenehm harten, im Refrain gar erhabenen Hymne, „Blind Leading The Blind“ könnte auch aus den frühen 90ern von Megadeth stammen und „Breathe In The Flames“ macht im Midtempo-Thrash-Bereich so ziemlich alles richtig, erinnert aber doch wieder an Disturbed.

Ist der anfängliche Schock erst einmal verflogen, zeigt sich, wie logisch und in sich stimmig „Silence In The Snow“ eigentlich ist. Klar, die großen Wellenbrecher fehlen dieses Mal und Fans der Anfänge sehen nun auch die letzten Felle davonschwimmen. Heafy und Konsorten sind in den letzten Jahren hörbar erwachsen geworden, ihr Geschmack hat sich verändert. Anstatt krasse Stilwechsel zu setzen, hat sich der Sound Trivium organisch verändert. Die Qualität aber ist gleich geblieben und kontert die leidigen, platten Mainstream-Metal-Versuche von Bullet For My Valentine mit lässiger Attitüde und gewohnt starkem Songwriting. Der Clou daran: Man weiß nie, wohin die Reise gehen wird.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.10.2015
Erhätlich über: Roadrunner Records (Warner Music)

Website: www.trivium.org
Facebook: www.facebook.com/triviumofficial

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Category: Magazin, Reviews

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