Megadeth – TH1RT3EN

| 29. Oktober 2011 | 0 Comments

Megadeth

Gab es im Vorfeld der Veröffentlichung von „Endgame“ noch Gerüchte über einen anstehenden Split von Megadeth, so wurde man eines Besseren belehrt. David Ellefson ist längst wieder mit an Bord, die Konzertreisen mit den Big 4 waren ein Riesenerfolg und ein 13. Studioalbum steht nun auch in den Startlöchern. Freilich ist „TH1RT3EN“ alles andere als ein kreativer Titel, zumal zu diesem speziellen Anlass auch ein wenig Recycling betrieben wurde. Entsprechend unrund, beinahe sperrig wirkt die Platte bei den ersten Durchläufen.

Tatsächlich wurde so manche alte Idee aufgenommen und auf „TH1RT3EN“ neu verarbeitet. Das funktioniert mal eher dürftig – „Millennium Of The Blind“ war in einer anderen Version bereits Bonus Track der remasterten Ausgabe von „Youthanasia“, „Deadly Nightshades“ lässt sich zwischen selbiger Platte und „Cryptic Writings“ verorten – an anderer Stelle jedoch hervorragend. So wurde beispielsweise „New World Order“ bereits 1991 geschrieben und hat an Ausstrahlung nichts eingebüßt. Im Gegenteil, gerade das häufig wechselnde Tempo macht den Track zu einer echten Herausforderung. „Black Swan“ gab es ebenso bereits als Fanclub-Bonus bei „United Abominations“ und macht sich immer noch gut. Die Griffbretthexerei kommt gut, der Refrain brennt sich ein – bissiger Midtempo-Track ohne Altersflecken.

Ebenso bekannt sind beispielsweise die eröffnende Abrissbirne „Sudden Death“ – für „Guitar Hero: Warriors of Rock“ geschrieben – und das monströse „Never Dead“, das für ein Fantasy-Game gleichen Namens gebastelt wurde. Besagter Track gehört auch zu den Highlights des Albums, macht mit ordentlich Biss und ein wenig „Rust In Peace“-Flair einiges her. Die Highlights findet man vor allem zu Beginn: „Public Enemy No. 1“ erinnert stark an die „Countdown To Extinction“-Ära, ohne auch nur annähernd nach Rip-Off zu riechen. „Guns, Drugs & Money“ bewegt sich in ähnlichen Gefilden mit schwermütig rockender Seite, dazu kommt noch das Groove-Monster „Whose Life (Is It Anyways?)“ mit martialisch marschierenden Drums.

Dennoch handelt es sich bei „TH1RT3EN“ um die schwächste – man beklagt sich immer noch auf recht gutem Niveau – Platte seit dem Comeback-Album „The System Has Failed“ 2004. Gerade die beiden eingangs erwähnten Altlasten fallen anstrengend aus, auch der Rausschmeißer „13“ wirkt weitestgehend uninspiriert. Die fantastische erste Hälfte und ein paar gute weitere Songs lassen das Album jedoch insgesamt sympathisch wirken, auch wenn ein kleiner Rückschritt zu erkennen sind. Immerhin: Der Grundtenor – „Endgame“ meets „Countdown To Extinction“ – macht durchaus Laune, Abrissbirnen gibt es immer noch in ausreichender Zahl.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 28.10.2011
Erhätlich über: Roadrunner Records (Warner Music)

Website: www.megadeth.com
Facebook: www.facebook.com/megadeth

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Category: Magazin, Reviews

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