Soilwork – The Ride Majestic

| 3. Oktober 2015 | 0 Comments
Soilwork

(c) Hannah Verbeuren

Soilwork hatten es über die Jahre bei Gott nicht immer leicht. Trotz konstant guter Melodeath-Kost blieb dem Helsingborger Sextett der ganz große Sprung nach oben verwehrt. Die zahlreichen Line-Up-Wechsel und die Entstehung neuer Genres und Trends spielten dabei sicherlich keine unwesentliche Rolle. Unterkriegen ließen sich die Schweden trotzdem nicht. Mit dem letzten Output „The Living Infinite“ bewiesen Björn Strid und Co., dass sie auch ohne Gründungsmitglied Peter Wichers musikalisch um jeden Zweifel erhaben sind. Untermauert wird dieser unermüdliche Kampfgeist vom aktuellen Kracher „The Ride Majestic“.

Die Burschen haben schon immer progressive Spielereien in ihrem Sound verwurstet, mal mehr und mal weniger. Nach dem Schwergewicht vor zwei Jahren gibt man sich auf der neuen Scheiblette wieder etwas zugänglicher und ungezwungener. Sobald der Titeltrack nach einem kurzen Gitarrenintro in die Vollen geht, fühlt man sich gleich wie zu Hause. Das treibende Dampfhammer-Drumming von Dirk Verbeuren und messerscharfes Geriffe von Sylvain Coudret und David Andersson treffen auf Strids unverkennbare Shouts, welche sich im Refrain mit cleanen Vocals ein gewohnt stimmiges Wechselspiel liefern.

Das folgende „Alight In The Aftermath“ ist ein wahres Musterbeispiel moderner, melodischer Todesbleikunst. Man fühlt sich stellenweise sogar an die Glanztaten früherer Werke wie „The Chainheart Machine“ oder das immer noch unerreichte „A Predator’s Portrait“ erinnert. Etwas gemächlicher geht es bei den Midtempo-Brodlern „Death In General“ und „Whirl Of Pain“ zu. Der Grundtenor ist düster und die Instrumentalfraktion gibt sich großteils zurückhaltend. Hier darf Strid besonders zur Schau stellen, was er auf dem Kasten hat, und liefert einige seiner besten Gesangsdarbietungen.

Auf Grund der groovig-rockigen Gitarrenarbeit und der melodischen Gesangsdarbietung klingt „Enemies In Fidelity“ wie eine Death Metal-Variante von Strids Classic-Rock-Spielwiese The Night Flight Orchestra. Dass es nicht immer um Eingängigkeit gehen muss, zeigen die Jungs im ultrabösen „The Phantom“. Hier geben dezent angeschwärzte Riffs und Blastbeats den Ton an. Auch das progressive „The Ride Majestic (Aspire Angelic)“ unterstreicht die Vielfältigkeit der Schweden.

Auch im hinteren Bereich gibt es kein Schwächeln. Das melodisch nach vorne preschende „Shining Lights“ kommt sofort zur Sache und lässt keinen Stein auf dem anderen. Der Reigen bekommt mit dem epischen „Father And Son, Watching The World Go Down“ ein würdiges Finale. Die stimmige Gitarrenharmonie im Refrain könnte kaum besser zu Strids erhabenen Shouts bzw. Gesangslinien passen.

Auch am zehnten Studioalbum gibt es kaum etwas auszusetzen. Die Schweden ziehen ihr Ding durch und vermischen einmal mehr brachialen Schwedentod mit Groove, Progressivität und Melodie. Auch für die eine oder andere Überraschung sind die nicht mehr ganz so jungen Recken zu haben. Kurz gesagt, Soilwork beweisen mit „The Ride Majestic“, dass noch lange nicht Schicht im Schacht ist.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.08.2015
Erhältich über: Nuclear Blast (Warner Music)

Website: www.soilwork.org
Facebook: www.facebook.com/soilwork

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Category: Magazin, Reviews

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