Hanging Garden – Blackout Whiteout

| 24. September 2015 | 0 Comments
Hanging Garden

(c) Lifeforce Records

Große Gefühle waren immer schon eine Spezialität von Hanging Garden, die vor zwei Jahren mit „At Every Door“ einen vorläufigen Höhepunkt fanden. Die Finnen lassen sich auf kein Genre festlegen und mischen unter anderem Doom, Melodic Death, Gothic, Post Rock und Dark Metal miteinander. Zeit und Geduld bleiben wichtige Faktoren für den Musikgenuss, denn auch auf „Blackout Whiteout“ erschließt sich die wahre musikalische Klasse der neun Tracks erst nach gewissen Anlaufschwierigkeiten.

Gleich zu Beginn fällt die überaus klare, anfangs steril wirkende Produktion auf. Muss wirklich alles so hell und glasklar klingen? Je länger „Blackout Whiteout“ läuft, desto mehr gewöhnt man sich daran, will den unorthodoxen Sound schlussendlich nicht mehr missen. Vor allem in den ruhigeren, semi-balladesken Songs funktioniert er besonders gut. „My Rise Is Your Fall“ entwickelt sich zum Highlight, beginnt als Gothic-Mini-Liedchen und entwickelt sich mit fortlaufender Spieldauer zum Monster, besonders im knisternden Refrain mit berührenden, entfernt an Jonas Renske erinnernden Vocals.

Direkt im Anschluss macht sich mit „Blackout“ ein weiteres Highlight breit – insgesamt eine Spur härter, dabei aber doch so schüchtern, atmosphärisch, melancholisch und nachdenklich. Sich auftürmende Keyboardwände entwickeln monströse Strahlkraft und tragen die erste ‚Hälfte‘ des Titelsongs in gar erhabene Sphären. Fast noch eine Spur besser fällt „Whiteout“ aus mit seinen schmerzerfüllten Schreien, dissonanten Gitarren und der explosiven Post-Rock-Abfahrt. Härter, lauter und wüster mag es hingegen der Opener „Borrowed Eyes“. Hier schimmern immer wieder Death’n’Doom-Einflüsse durch, dazu bedient man sich etwas sehr bei Paradise Lost – auffällig, letztlich aber angesichts der musikalisches Qualität vollkommen in Ordnung.

Kleinere Schwächen gibt es dieses Mal gen Album-Mitte, die zwar durchaus solide, stellenweise gar kraftvoll, insgesamt aber eine Spur zu unscheinbar um die Ecke kommt. Das trübt den Gesamteindruck ein wenig und lässt „Blackout Whiteout“ nicht ganz an seinen herausragenden Vorgänger heranreichen. An der eindrucksvollen Kreativität und dem mitreißenden Sound Hanging Gardens ändert aber auch das nicht. Die Platte ist in sich stimmig, wühlt emotional enorm auf und führt den sympathisch unorthodoxen Weg der Finnen konsequent fort. Keine Frage, der Herbst ist endgültig da.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.09.2015
Erhätlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: www.hanging-garden.net
Facebook: www.facebook.com/HangingGardenOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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