Paradise Lost – The Plague Within

| 28. Mai 2015 | 0 Comments
Paradise Lost

(c) Ester Segarra

Wie sich Paradise Lost in den letzten Jahren nach ihrem kolossalen kreativen Tief wieder berappeln konnten, ist beeindruckend. Speziell das vor drei Jahren erschienene „Tragic Idol“ führte die britischen Gothic-Urväter endlich wieder zurück in die Spur. Greg Mackintosh tobte sich obendrein mit Vallenfyre in deutlich extremeren Gefilden aus. Dass sich diese Wucht nun zu gewissen Teilen auch über das 14. Studioalbum „The Plague Within“ entlädt, überrascht kaum.

„Punishment Through Time“ war der erste für die neue Platte geschriebene Song. Hier vereinen Paradise Lost so ziemlich alle musikalischen Vorzüge auf fünf martialische Minuten. Basierend auf unwiderstehlicher Riffarbeit und ausgefeiler Melodik, halten die Briten die Old-School-Flagge hoch, lassen sich zu ein wenig Chugga-Chugga-Gebrate hinreißen, bauen sogar vereinzelte Vallenfyre-Elemente ein – knackig, effektiv, hitverdächtig.

Gerade zur Album-Mitte hin wächst „The Plague Within“ über sich hinaus. „Victims Of The Past“ schafft geschickt den Spagat zwischen Psychoterror-Gitarren, sekundenlangen Black-Metal-Versatzstücken, Gothic-Melodik und fragiler Intimität. Nicht minder eindrucksvoll: „Beneath Broken Earth“, ein ellenlanger Bastard mit entsprechend epischer Gitarrenarbeit, Nick Holmes‘ Grabesstimme und wohliger Schwerfälligkeit. Der melodische, archetypische Opener „No Hope In Sight“, das knüppelharte „Flesh From Bone“ und das ähnlich wuchtige „Terminal“ komplettieren den Hitreigen.

Zwar lässt „The Plague Within“ zum Ende hin etwas nach, an der durchgehend hohen Qualität ändert das aber nicht. Abermals machen Paradise Lost vieles richtig, steigern sich ein weiteres Mal und liefern ein unterhaltsames Spätwerk ab, das die Serie an starken Alben fortsetzt. Ob die Briten noch einen weiteren Klassiker im Köcher haben, wird die Zeit zeigen. So unterhaltsam, abwechslungsreich und gefährlich waren sie allerdings schon lange nicht mehr.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.05.2015
Erhätlich über: Century Media (Universal Music)

Website: www.paradiselost.co.uk
Facebook: www.facebook.com/paradiselostofficial

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Category: Magazin, Reviews

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