Vallenfyre – Splinters

| 7. Mai 2014 | 0 Comments

Vallenfyre

Vor einigen Jahren schuf sich Greg Mackintosh (Paradise Lost) mit Vallenfyre ein Vehikel, um die Wut und Trauer über den Tod seines Vaters zu verarbeiten. „A Fragile King“ war 2011 das Ergebnis. Nun vertont der Brite das Leben nach dem privaten Schicksalsschlag. „Splinters“ setzt die Gangart des Debüts fort und steigt noch tiefer hinab in eine trostlose Welt zwischen frühem Grindcore, 80s-D-Beat, Death und Doom Metal. Das Ergebnis: staubig, hässlich, unwirtlich.

Musikalisch halten sich rasante, knüppelharte Tracks und doomige, in die Länge gezogene Monolithen die Waage. Bereits mit dem eröffnenden „Scabs“ langen Vallenfyre ordentlich hin. Dass Mackintosh ein Faible für Discharge und frühe Napalm Death hat, ist kaum zu überhören. Die quietschende Gitarre passt perfekt zum Schaffen von Produzent Kurt Ballou (Converge, Beastmilk, Kvelertak), der dem Quartett eine herrlich ranzige und dennoch sauber ausdifferenzierte Produktion auf den Leib geschneidert hat.

Dass bei dieser unheiligen Allianz scharfkantige, dezent angepunkte Hits wie „Thirst For Extinction“ und „Savages Arise“ herauskommen, macht Sinn. Zwischenzeitlich nehmen sich Vallenfyre selbst erfolgreich den Wind aus den Segeln. „Bereft“ heißt der erste der Monolithen – ein zäher Siebenminüter mit furztrockenem, unterproduzierten Doom Metal, schwerfälligen Drums und knarzernder Gitarre. Das Ende jeglicher menschlichen Existenz ist stets präsent, wenn im Titeltrack „Splinters“ und dem unorthodox rumpelnden „Aghast“ Death Metal-Elemente Einzug halten.

In bester Kante-Manier macht die Summe der einzelnen Teile „Splinters“ zu einem durchschlagenden Erfolg. Zynisch setzt sich Greg Mackintosh mit der Welt um sich nach dem einschneidenden Schicksalsschlag auseinander. Hoffnungslosigkeit, Wut, Orientierungslosigkeit und Überforderung ziehen sich wie ein roter Faden durch elf wütende, schwer greifbare Tracks. Vallenfyre, das ist nicht bloß ein One-Trick-Pony zur Trauerbewältigung. Der Paradise Lost-Gitarrist, der für sein Nebenprojekt auch das Mikrophon zerlegt, hat sich einen mehr als veritablen zweiten Anzug geschneidert, der dauerhaft fasziniert und bewegt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 09.05.2014
Erhätlich über: Century Media (Universal Music)

Facebook: www.facebook.com/Vallenfyre

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Category: Magazin, Reviews

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