Trainwreck – Old Departures, New Beginnings

| 8. Mai 2014 | 0 Comments

Trainwreck

Nach verhältnismäßig langer Ruhezeit geben Trainwreck wieder ein Lebenszeichen von sich und bringen einen Nachfolger der 12″ „If There’s Light, It Will Find You“ an den Start. Das über Deutschland großzügig verteilte Sextett vereint das Beste der chaotischen Hardcore-Szene und der großen amerikanischen Epiker nun auf „Old Departures, New Beginnings“ – ein wütender Neuanfang, wenn man denn dem Titel glauben darf, mit ordentlich Dreck und einem feinfühlig eingepflegten Hoffnungsschimmer.

Dabei drohen die deutschen Nachbarn ihr ganzes Pulver bereits gleich zu Beginn zu verschießen: „Time Erases Everything“ vereint all das, was diese Platte großartig macht: hibbeligen, vertracken Hardcore, weitläufige, instrumentale Klangsphären und dezent eingesetzte, hoffnungsvoll arrangierte Melodien. Der Untergang wird auf einen späteren Tag verschoben – ein Konzept, an das beispielsweise das entfernt an Envy erinnernde „Apnea“ anknüpft. Speziell die Dichte des Arrangements begeistert, die Wogen der Intensität, der im Kleinen explodierende Instrumentalteil.

Natürlich können Trainwreck auch anders. Dass man mit dem Schaffen von Converge vertraut ist, hört man „Old Departures, New Beginnings“ durchaus an. „Summarized Existence“ lässt keinen Stein auf dem anderen, „Regardless“ versteht sich geschickt auf Tempo-Varianzen mit Noise-Doom-Anteilen und „No Kind Of Home“ bügelt in bester Hardcore Punk-Manier alles nieder, was nicht bei Drei aus dem Pit gekrochen kommt. Zwischendurch eingestreut: zwei nachdenkliche, beinahe ambienthafte Instrumentals.

Wenn sich zum Abschluss das gut vier Minuten lange „I Will Show You Fear In A Handful Of Dust“ aufbäumt und für wenige Augenblicke das schroffe, breitbeinige Auftreten des Openers aufleben lässt – ruhige, verhalten aufbrandende Post-Hardcore-Wellen zwischendurch eingestreut – schließt sich der Kreis. Nach ca. 35 Minuten ist dieses Schauspiel auch schon wieder vorbei – und es hätte keine Minute länger dauern dürfen. Wie gekaut und wieder ausgespuckt fühlt man sich nach „Old Departures, New Beginnings“. Tief durchatmen, erneut auf Play drücken und abermals in Genre-Abgründe hinabsteigen. Bei Trainwreck ist der Name Programm – nicht nur, weil sie hiermit ihren bislang vielleicht besten Release gezimmert haben.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 09.05.2014
Erhätlich über: This Charming Man Records (Cargo Records)

Website: trainwreck5.wordpress.com
Facebook: www.facebook.com/trainwreck5

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Category: Magazin, Reviews

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