Ufomammut – Ecate

| 2. April 2015 | 0 Comments
Ufomammut

(c) Andrea Tomas Prato

Die Zahl jener Künstler, die zwei Album innerhalb eines Jahres veröffentlichen, ist gering. Zieht man dann noch die Zahl jener heran, die dabei ein gewisses Qualitätslevel halten, operiert man im Promillebereich. Ufomammut haben diese erstaunliche Hürde genommen und mit ihrer zweiteiligen Gold-Saga, „Oro: Opus Primum“ und „Oro: Opus Alter“, für Furore gesorgt. Für den Restart haben sich die Italiener ein wenig Zeit gelassen, gehen nun aber mit „Ecate“ abermals in die Vollen.

In der griechischen Mythologie ist Ecate oder Hekate die Göttin der Magie, der Nekromantie und des Geisterspuks, die zwischen Lebenden, Toten und Göttern wandelt und führt. Entsprechend irdisch und überirdisch (glücklicherweise aber keineswegs unterirdisch) gestaltet sich das neue Material, für das Ufomammut noch tiefer in Atmosphäre und Orchestrierung eintauchen, gleichzeitig aber ihren Sludge- und Doom-Stiefel noch härter und kompromissloser durchziehen. „Somnium“ eröffnet die Platte auf gar wundersame Weise mit Störsignalen, die sich durch die gesamten 46 Minuten dieses Albums ziehen, bevor das Gitarrendickicht aufgezogen wird.

Besonders faszinierend fallen die Vocals auf „Ecate“ auf: mal fies und kehlig, dann wieder angedeuteter Gesang, der durch atmosphärische Keyboardwände akzentuiert wird. Zahlreiche Intros, Outros und auch kleinere Instrumentals setzen die Geduld auf die Probe, bevor schließlich das gewaltige „Daemon“ hereinbricht und das Album beschließt. Klargesang verbirgt sich hinter zentnerdicken Gitarrenlasten mit einem Hauch Industrial-Gummitwist. Je länger dieses Monster andauert, desto mechanischer und stoischer wirkt es, bevor es im kompletten Chaos versinkt und abermals Störsignale ertönen.

Nicht jeder Moment gelingt, gelegentlich drohen die Italiener im elektronisch-orchestralen Sumpf zu versinken und geben sich zu lange der penetranten Störung hin. Gleichzeitig geben diese unorthodoxen Zwischenspiele den monumentalen Sludge-Doom-Momenten mehr Druck und Energie, lassen diese wuchtiger und monumentaler erscheinen. „Ecate“ kommt vielleicht nicht ganz an das Meisterwerk „Oro: Opus Alter“ heran, tummelt sich aber nicht weit dahinter. Mit zusätzlicher Härte und neuen Experimenten zeigen sich Ufomammut einmal mehr von ihrer Schokoladenseite.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.04.2015
Erhätlich über: Neurot Recordings (Cargo Records)

Website: www.ufomammut.com
Facebook: www.facebook.com/pages/UFOMAMMUT/83336386071

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Category: Magazin, Reviews

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