Ufomammut – Oro: Opus Alter

| 16. September 2012 | 0 Comments

Ufomammut

Vor fünf Monaten veröffentlichten Ufomammut „Opus Primum“, den ersten Teil ihres „Oro“-Doppelkonzeptalbums mit der Ankündigung eines Nachfolgers, der den Kreis quadrieren soll. Beide Platten, so heißt es, ergeben erst den Gesamteindruck eines Mammutwerks, das auf zwei gesonderte Veröffentlichungstermine gesplittet wurde und nur gemeinsam funktioniert. Die Frage, ob diese obskure Strategie denn funktionieren würde, lässt sich nun endlich beantworten. „Oro: Opus Alter“ steht in den Startlöchern und wagt sich erneut in das Labor eines Alchemisten, der versucht, Gold herzustellen; für die drei Italiener ein Entstehungs- und Forschungsprozess, den sie auf eine menschlich-spirituelle Ebene umgelegt wissen wollen.

Neue Erkenntnisse muss man nicht erwarten, bekommt man auch nicht unbedingt geliefert, sondern eben eine nahtlose Fortsetzung des ersten Teils in jeglicher Konsequenz. „Oroborus“ eröffnet das Album ruhig und nachdenklich, türmt nach und nach Schicht auf Schicht, lädt kaskadenartig Dreck ab, verdichtet die Handlung binnen kürzester Zeit und explodiert in „Luxon“ in bester Drone-Manier, bevor der große Höhepunkt „Sulphurdew“ mehr als zwölf Minuten lang Angst und Schrecken verteilt. Das Herzstück von „Opus Alter“ wirkt monumental in seinem Auftreten, die jenseitig wirkenden ‚Vocals‘ – ein Begriff, der in diesem Zusammenhang sehr lose zu verwenden ist – treten gegen manische Drumrolls an, während sich Tool auf ein Wrestling-Match mit Sunn o))) einlassen.

„Sublime“ wirkt trotz stolzer Spielzeit von knapp zehn Minuten wie ein ausgedehntes Interludium, was wohl am überlangen Intro und Outro liegt. Dazwischen explodieren die Italiener dafür ein weiteres Mal, bevor „Deityrant“ im Noise-Sumpf versinkt. Unterstützt von quäkenden Gitarren, Feedback-Schleifen und Synthesizer-artigen Klängen, geht die Welt des Protagonisten in Flammen auf. Eine mächtige Explosion beschwört Höllenfeuer herauf.

„Opus Alter“ toppt seinen Vorgänger kaum merklich, dennoch fällt die Bewertung höher aus. Warum? Weil man nun endlich die Magie des Gesamtkunstwerks wahrnimmt, weil die einzelnen Teile erst jetzt Sinn machen und den Eindruck der Platte damit entsprechend aufwerten. Mehr als 90 Minuten Doom, Sludge, Drone und Noise kulminieren in multiplen Explosionen. Ufomammut toppen sich ein weiteres Mal selbst mit einem doppelköpfigen Mammut. An „Oro“ müssen sich die Italiener künftig messen lassen; es könnte tragischere Bürden geben.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 14.09.2012
Erhätlich über: Neurot Recordings (Cargo Records)

Website: www.ufomammut.com
Facebook: www.facebook.com/ufomammut

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Category: Magazin, Reviews

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