Gallows – Gallows

| 14. September 2012 | 0 Comments

Gallows

Mit dem Ausstieg von Frontmann Frank Carter schien die Zukunft der britischen Hardcore Punk-Könige Gallows mehr als je zuvor in der Schwebe zu sein. Nur wenige Tage nach der Auflösung der Kanadier Alexisonfire konnte man die Verpflichtung von Wade MacNeil bekannt geben, der an vorderste Front rückte (siehe Black Lungs) und auf der überaus amerikanisch klingenden EP „Death Is Birth“ eine gute Figur machte. Während das Debütalbum von Carters neuem Projekt Pure Love nun wohl auf Anfang 2013 verschoben wurde, liegen alle Augen auf „Gallows“ – eine Platte, die den Sound des Quintetts amtlich einfängt und die Band zum Star erklärt.

Die ersten 45 Sekunden von „Victim Culture“ bereiten mit einem Spoken Word-Intro und dramatischen, semi-symphonischen Klängen auf einen Höllenritt vor; ein Versprechen, das Gallows binnen Sekunden einlösen. Vom klaustrophobischen Ansatz, der „Grey Britain“ fest im Griff hatte, ist herzlich wenig zu hören, ansonsten hat sich aber nicht viel geändert. Zwischen Hardcore und Punk pendelt man mit unheimlicher Präzision, wobei so manches Riff (das punkige „Odessa“ oder das kaputte „Last June“) an Math-affinere Bands wie The Ghost Of A Thousand oder The Dillinger Escape Plan erinnert. Von zahlreichen Breaks oder verqueren Songstrukturen halten die Briten jedoch nichts – es geht immer und immer wieder voll auf die Zwölf.

Ein Track wie die aktuelle Video-Auskopplung „Outsider Art“ ist da schon eher die Ausnahme. So kaputt und brachial die Strophen auch klingen, so eingängig ist der Refrain mit seinen Gang-Shouts und der giftigen, packenden Melodie. Und Wade MacNeil? Der Kanadier setzt seine Ellenbogen ein, macht ein „Cult Of Mary“ oder das pumpende „Vapid Adolescent Blues“ zu seiner Spielwiese, passt perfekt zum geschlossen wirkenden Auftreten von Gallows. Ihr drittes Album macht nichts falsch, hat ordentlich Hits zu bieten und gibt vor allem Vollgas. Hier wird nichts beschönigt, hier ist kein Gramm Fett dran, auch Frank Carter vermisst man nicht. Auf „Gallows“ haben sich die Briten selbst gefunden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.09.2012
Erhätlich über: Venn Records / PIAS Recordings (Rough Trade Distribution)

Website: www.gallows.co.uk
Facebook: www.facebook.com/gallows

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Category: Magazin, Reviews

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