Spoil Engine – Renaissance Noire

| 13. November 2019 | 0 Comments
Spoil Engine

(c) Tim Tronckoe

Mund abwischen, weitermachen: Eigentlich standen Spoil Engine vor zehn, 15 Jahren bereits vor dem Durchbruch. Mit ihrem modernen Metal-Ansatz hatten es die Belgier zum damaligen In-Label Roadrunner geschafft, ihre Musik lief im Radio, man war regelmäßig Gast auf großen Festivals. Der damit einhergehende Druck wirbelte das Line-up kräftig durcheinander, einzig Gitarrist und Haupt-Songwriter Steven Sanders blieb von der Original-Besetzung übrig. Ab sofort übernimmt Iris Goessens den Posten an vorderster Front. Die Gesangslehrerin peitscht auch den Quasi-Neustart „Renaissance Noire“ fieberhaft voran.

Das eröffnende „R!OT“ bringt beeindruckende Wut und Wucht mit. Goessens singt, brüllt und growlt mit wachsender Begeisterung, ist klare Chefin im Ring und bringt den perfekten Mix aus Dreck und Harmonie für diesen gleichermaßen knüppelharten und eingängigen Track mit. Metalcore, Melodic Death Metal und ein paar andere Subgenres machen Druck, von einem kleinen Ohrwurm-Refrain begleitet. Danach geht es „Medicine“ eine Spur differenzierter an. Dezent bleierne Midtempo-Schwere trifft auf Sanders‘ Hardcore-Wurzeln, das Breakdown groovt wie Sau.

Schnell finden Spoil Engine ihren Sound und glänzen durch Facettenreichtum. Wie „No Flowers For A Pig“ in druckvolle Untiefen hinabsteigt, wie „Golden Cage“ nach sanften Anfängen zur metallischen Power-Ballade mutiert, wie „Storms Of Tragedy“ am Höhepunkt ein klassisches Gitarrensolo vom Stapel lässt – simpel, aber effektiv. Zudem können die Belgier in „The Hallow“ einen prominenten Gast begrüßen. Jeff Walker von Carcass gibt sich ein Stelldichein und unterstreicht Goessens gallige Wucht mit gekonnt entstellter Giftspritze. Der abermals eingängige Chorus setzt dem Geschehen die Krone auf.

„Renaissance Noire“ spielt mit den Erwartungen und ermöglicht dem neuen Line-up einen Power-Start. Der Wechsel am Mikrofon, so einschneidend dieser auch war, muss als geglückt angesehen werden. Iris Goessens erweist sich als Bereicherung, bietet noch mehr Facettenreichtum und legt fiese Energien frei. Musikalisch stimmt zudem so ziemlich alles – der eingeschlagene Weg wurde verfeinert – zudem macht die DIY-Produktion Laune. Spoil Engine fangen sich ein weiteres Mal mit einer packenden Platte und steuern auf Höchstform zu. Nach diesem Powerhouse wünscht man dem Quartett vor allem eines: Stabilität.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.11.2019
Erhältlich über: Arising Empire (Warner Music)

Website: www.spoilengine.com
Facebook: www.facebook.com/spoilengine

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Category: Magazin, Reviews

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