Carcass – Surgical Steel

| 19. September 2013 | 0 Comments

Carcass

Es ist also doch passiert. Nachdem sich Carcass 2007 für einige Konzerte wiedervereinten – neben Jeff Walker und Bill Steer komplettierten die mittlerweile wieder auf Arch Enemy fokussierten Michael Amott und Daniel Erlandsson das Lineup -, steht nun tatsächlich ein neues Album der Extreme-Metal-Pioniere in den Läden. Gemeinsam mit Schlagzeuger Daniel Wilding (ex-Aborted, ex-Trigger The Bloodshed) und Gitarrist Ben Ash (Pig Iron) wurde „Surgical Steel“ fertig gestellt, das rein gar nichts mit halbgaren Comeback-Platten zu tun haben will und nahtlos an die melodischeren Spätwerke „Heartwork“ und „Swansong“ anknüpft.

Das vorab vorgestellte „Captive Bolt Pistol“ geht als ungefährer Gradmesser für dieses Quasi-Reunion-Werk durch, zählt insgesamt zu den härteren Tracks dieser Platte. Walker faucht und speit Feuer, die Gitarrenläufe duellieren sich mit wütenden Drums, Steer liefert die tiefe Zweitstimme – die Uhr dreht sich, wie von selbst, um 20 Jahre zurück. „Thrasher’s Abattoir“ als Quasi-Opener und das ausgewogen abgefuckte „The Master Butcher’s Apron“ – Groove-Walze inklusive – schlagen in eine ähnliche Kerbe, leben von einer Mischung aus Dynamik und Brutalität.

Es sind vornehmlich die melodischeren Gitarren, die auf „Surgical Steel“ die Führung übernehmen. „Noncompliance To ASTM F 899-12 Standard“ bietet feinste Todesstahl-Action, packt zwischenzeitlich den Grind-Hammer aus, und kehrt doch immer wieder zu feinen Soli und präzisen Riffs zurück – ein sechs Minuten langes Metal-Monster. Hits haben die Veteranen en masse am Start. „Cadaver Pouch Conveyor System“ klingt für Carcass-Verhältnisse beinahe modern, „316 L Grade Surgical Steel“ arbeitet die komplette Temposkala ab. Im abschließenden „Mount Of Execution“ mündet dieser Neustart, zusammengefasst in ein über acht Minuten langes Mammut, das zwischen Gefühl, Akustik-Magie (!), Todesgroove, falschem Ende und Groove-Aggression die ganze Palette abdeckt.

„Surgical Steel“ überrascht – und eigentlich auch nicht. Natürlich durfte man mit keinem Carcass-Album mehr rechnen; umso schöner ist es, diese Platte doch noch in Händen halten zu dürfen. Es mag längst nicht alles perfekt sein („A Congealed Clot Of Blood“ hätte mal locker als Bonus-Track verwenden können, wenn denn überhaupt), doch die Grundausrichtung stimmt. In punkto Härte und Melodik haben die Briten nichts verlernt, knüpfen an ihr legendäres Spätwerk an und lassen dabei keinesfalls vergessen, dass sie zu den Grind-Pionieren zählen. Operation gelungen, Patient tot.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.09.2013
Erhätlich über: Nuclear Blast (Warner Music)

Facebook: www.facebook.com/OfficialCarcass

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Category: Magazin, Reviews

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