Cult Of Luna – Vertikal II

| 20. September 2013 | 0 Comments

Cult Of Luna

Nach ellenlangen Arbeiten erschien Anfang des Jahres „Vertikal“, das sechste Album von Cult Of Luna, auf dem sich diese von Fritz Langs Film „Metropolis“ inspirieren ließen. Mit maschineller Herangehensweise, stellenweise linearen Strukturen und einem Hang zu Technologie – Synthis und Samples an so manchen Weggabelungen – schuf man eine schwierige, überaus lohnenswerte Platte, die die gängigen Post Metal-Schemata noch eine Spur weiter aufbrach. Diese Ära beschließen die Schweden nun mit „Vertikal II“, einem kleinen Nachtrag, der ’noch futuristischer‘ als das Original klingen soll.

Zu Beginn läuft alles in geregelten Bahnen. Aus einem düsteren Sumpf an Feedback-Schleifen, semi-klaren Gitarren und Samples schält sich das schwerfällige „Oro“ heraus, ein wütender Bastard, dessen Noise-Finale mit Growls ein wenig an Neurosis erinnert und mit bleierner Schwere in das herausfordernde „Light Chaser“ überleitet. Seinem Titel entsprechend, werfen Cult Of Luna Licht auf den wütenden Post Metal-Schatten (der erst gegen Ende einsetzt) mit Synthis in Dauerschleife und einem schwer zugänglichen Klang-Gewitter. Erst mit dem zwölf Minuten langen „Shun The Mask“ lichten sich die Wolken. Die Schweden knüpfen nun nahtlos an „Vertikal“ an mit Maschinenkult, ohrenbetäubendem Lärm, metallischer Wucht und elektronischen Untertönen, die das Geschehen noch intensiver, noch plastischer gestalten – das Highlight dieser Scheibe.

Auf dem abschließenden Remix des „Vertikal“-Standouts „Vicarious Redemption“ kann man hingegen getrost verzichten. So ansprechend das Werk von Justin K. Broadrick auch sein mag, er kann dem Song keinerlei interessante, neue Impulse abgewinnen. Bleibt unterm Strich ein Übersong, ein angenehm kaputter Opener und zwei schwer greifbare Tracks, in denen die Elektronik überwiegt. Die Experimentierfreudigkeit muss man Cult Of Luna hoch anrechnen, man gewinnt auch den kaum zugänglichen Synthi-Versuchen auf „Vertikal II“ mit gewissem Abstand einiges ab. Mehrwert haben diese jedoch nicht. Als Add-On ist diese EP eine patente Sache, wurde allerdings berechtigterweise vom ursprünglichen Release abgetrennt.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 20.09.2013
Erhätlich über: Indie Recordings (Edel Music Distribution)

Website: www.cultofluna.com
Facebook: www.facebook.com/cultoflunamusic

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Category: Magazin, Reviews

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