Hatesphere – Reduced To Flesh

| 19. Oktober 2018 | 0 Comments
Hatesphere

(c) Scarlet Records

Die scheinbar unkaputtbare Maschine Hatesphere rollt weiter. Zuletzt zeigten sich die Dänen auf „New Hell“ so stark wie schon seit Jahren nicht mehr und kombinierten alte Trademarks mit neuen Ideen. Nach dem Ausstieg von Jakob Nyholm, der sich vor allem seiner jungen Familie widmen wollte, ist nun erstmals Kasper Kirkegaard von The Arcane Order auf Platte zu hören. „Reduced To Flesh“ ist das zehnte Studioalbum der Modern-Thrash-Institution und dem Jubiläum mehr als würdig.

Wie mutig Hatesphere auf dieser neuen Platte zu Werke gehen, zeigt unter anderem „Ruled By Domination“. Was zunächst nach einem ruppigen, brachialen Thrash-Sprinter klingt, legt urplötzlich einen melodischen Refrain mit Klargesang offen. So etwas hört man von den Dänen so gut wie nie, darf in Zukunft aber gern öfter passieren: Die doomigen Untertöne und die eingängige Tempoverschleppung brennen sich ein. Direkt davor geht es übrigens in die komplett andere Richtung: Im Mittelteil von „Nothing Is Definite“ tauchen auf einmal Blastbeats auf, die diesem Midtempo-Monster ordentlich einheizen.

Natürlich bleiben die typischen Abrissbirnen nicht aus: „Petty“ und „Can Of Worms“ hätten ebenso prima auf den letzten Alben funktioniert wie das zunächst brutale, dann beinahe hymnische „Corpse Of Mankind“. Hatesphere haben hörbar Spaß an ihrem verfeinerten Sound und erinnern stellenweise abermals an Machine Head. Was die letzte Platte mit „Head On A Spike“ auf verhalten epischer Ebene andeutete, packt „Afterlife“ in rasende Attacken. Selbst „Reduced To Flesh“ kann es in manchen Etappen ganz locker mit den US-Amerikanern aufnehmen. Natürlich hinterlassen die Dänen ihren ureigenen Stempel auf diesem Song, der von wütender Extreme bis zu Rock- und Core-Riffs reicht.

Linear geht natürlich anders, auch wenn Hatesphere gut und gerne als Modern-Thrash-Hit-Lieferanten bekannt sind. Abrissbirnen gibt es nach wie vor in großer Zahl, aber eben auch mehr Tiefgang, kleinere Experimente und überraschende Wendungen in fast jedem Song. „Reduced To Flesh“ zeigt eine hörbar gewachsene Band, die mehr denn je auf komplexes und doch eingängiges Songwriting setzt. Die Tracks bleiben mit ihrer schieren Wucht und Intensität hängen, nur um bei genauerem Blick mit Kreativität und Spielfreude zu übermannen. Ein weiteres großes Ding von den dänischen Veteranen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 19.10.2018
Erhältlich über: Scarlet Records / Audioglobe (SPV)

Website: www.hatesphere.com
Facebook: www.facebook.com/hatesphere666

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Category: Magazin, Reviews

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