Hanging Garden – Hereafter

| 3. Oktober 2016 | 0 Comments
Hanging Garden

(c) Lifeforce Records

Hanging Garden sind Suchende und Getriebene auf einer Reise durch Zeit und Klang. Ihr Sound könnte kaum düsterer, melodischer und melancholischer sein – siehe und höre unter anderem das herrlich spezielle, vor einem Jahr erschienene Album „Blackout Whiteout“. Auf ihrer ewigen Jagd nach Progression und Evolution wagen die Finnen nun einen Zwischenschritt in Form der kurzen aber aufwühlenden EP „Hereafter“. Drei prominente Gastsänger begleiten das Geschehen.

Kein Geringerer als Mikko Kotamäki (Swallow The Sun) erweist sich die Ehre und eröffnet sowie beschließt diese EP. „Penumbra“, der Opener, ist sicher der insgesamt bessere Song. Zwischen bleierner Melancholie in den Strophen und wuchtiger, doomiger Energie im Refrain decken die viereinhalb Minuten das gesamte Spektrum ab. „Towards The Sun“ hingegen hat einige interessante Ansätze, versumpft zum Ende hin aber in vollkommener Bedeutungslosigkeit. Wie auch im mittelprächtigen Titelsong, übrigens der einzige Track ohne nahmhaften Gast, trübt der blutleere Frauengesang den Gesamteindruck.

Die eigentlichen Highlights spielen sich rund um diesen kleinen, immerhin kurzen Tiefpunkt ab. Alexander Höbgom (October Tide, Centinex) vermengt Dreck mit Gefühl und zaubert aus „Where The Tides Collide“ eine bittersüße Hymne mit gelegentlichen Eruptionen. Als Star entpuppt sich jedoch Victor Wegeborn. Die Stimme von The Moth Gatherer zaubert aus dem bereits starken „Sirkle Of Onan“ ein echtes Monstrum. Rund um kleine Zäsuren, wütende Doom-Attacken mit extremen Untertönen und melancholischen Einschüben entwickeln sich diese dreieinhalb Minuten zu einem steten, spektakulären Wechselspiel aus Ebbe und Flut.

Licht und Schatten gehen Hand in Hand auf dieser EP. In den besten, aufwühlendsten Momenten knüpfen Hanging Garden an ihre feinsten Momente an, deuten sogar neue Karriere-Highlights an, und das nicht nur aufgrund hervorragender Gastsänger. Zwischendurch wird es auf „Hereafter“ aber ungewohnt zäh. Klar, die Finnen musste man sich immer schon mal schönhören, denn einfach war ihr Sound nie, aber das funktioniert leider nicht immer. Viel Potential und ein wenig Bockmist – die Reise geht weiter, bleibt aber immerhin spannend.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 07.10.2016
Erhätlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: www.hanging-garden.net
Facebook: www.facebook.com/HangingGardenOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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