Cult Of Luna / The Old Wind – Råångest

| 29. Januar 2016 | 0 Comments
The Old Wind

(c) Pelagic Records

Mit einer ganz besonderen Split-Serie lässt Pelagic Records aktuell eine Reihe hochspannender Künstler zu Wort und Ton kommen, die sich 7″-Releases teilen. Für die zweite Ausgabe treffen sich Cult Of Luna und The Old Wind (abgebildet) für „Råångest“, was auf Deutsch so viel wie „nackte Angst“ bedeutet. Die Vorzeichen könnten für beide Parteien kaum unterschiedlicher sein, das Ergebnis begeistert durchaus.

Die A-Seite gehört voll und ganz Cult Of Luna, die sich nach dem zweiteiligen Konzept-Meisterwerk „Vertikal“ eine kleine Pause verordnet hatten. Im Rahmen der Arbeiten an einem weiteren besonderen Projekt, das im Laufe des Jahres erscheinen soll, blieb noch Studio-Zeit für „Last Will And Testament“ übrig. Das Amebix-Cover wirkt zunächst wie eines der roheren, schwärzeren Kapitel der eigenen Bandgeschichte. Kaum setzen die herrlich schwammigem, mit dem Weichzeichner erstellen Melodien des Hauptteils ein, ist es um den geneigten Hörer geschehen – ein kleines aber feines Wunderwerk setzt zur Landung an.

Für The Old Wind war die Zeit nach der Veröffentlichung von „Feast On Your Gone“ schwierig. Tomas Liljedahl zog nach Los Angeles, der Rest der Band befindet sich weiterhin in Schweden und Deutschland. Dennoch wurde ein gemeinsames Album eingespielt, das demnächst erscheinen soll. Geht es nach den beiden hier vertretenen Songs, wird dieses noch fieser und kälter als sein Vorgänger. „Wooden Scythe“ und „Daughters Of Cleanse“ versinken förmlich in Doom-Crust-Untiefen, von klirrender Schwärze und herrlich illustrierten Existenzängsten befeuert. Liljedahl klang selbst zu Breach-Zeiten selten so wütend und aufwühlend.

2016 könnte für beide Bands ein großes Jahr werden, glaubt man ersten Ankündigungen; und dieser Split-Platte. Während Cult Of Luna einen zu Unrecht übersehenen Klassiker mit neuer Energie strecken und befeuern, geben The Old Wind einen beklemmenden Ausblick auf ihr kommendes Albums. „Råångest“ unterhält auch bei kurzer Spielzeit und macht Lust auf beide Künstler.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.01.2016
Erhätlich über: Pelagic Records (Cargo Records)

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Category: Magazin, Reviews

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