Disquiet – The Condemnation

| 27. Januar 2016 | 0 Comments
Disquiet

(c) Soulseller Records

Eigentlich spricht vieles gegen diese Platte. Disquiet an sich ist ein wenig anschaulicher Name für eine Band, die melodische Mischung aus Thrash und Death mutet altbacken an und das Artwork des nunmehr zweiten Studioalbums „The Condemnation“ zeugt von zumindest zweifelhaftem Geschmack. Warum also überhaupt mit diesen 55 Minuten auseinandersetzen? Weil einerseits das Debüt „Scars Of Undying Grief“ bockstark war und sich die Niederländer zudem hörbar weiterentwickelt haben.

Von der ersten Sekunde an zeigt das Quintett, wie man aus vergleichsweise übersichtlichen Mitteln das meiste herausholt. „Ascending“ beackert sechs Minuten lang das weite, stellenweise sympathisch moderne Feld mit flottem Uffta-Tempo, schwedischen Untertönen und herrlich fiesen, wütenden Vocals. Bitterböse, stellenweise groovend und stets von unwiderstehlichen Melodien bezogen, wächst dieses Kleinod kontinuierlich weiter und explodiert schließlich in einem epischen, mehrstimmigen Solo-Part. Natürlich sind so ziemlich alle gängigen Zutaten nationaler und internationaler Metal-Granden an Bord, aber die Mischung funktioniert.

Selbiges gilt auch für den Rest des Albums, auch wenn diese Genialität nur noch selten erreicht wird. „The Great Divide“ zeigt Disquiet beispielsweise von ihrer unterhaltsamsten Seite. Seltener, klarer (Sprech-)Gesang setzt wilde Zäsuren, während rundherum die bleierne Apokalypse ihr wildes Treiben entfaltet. Multiple Explosionen, aggressiver Geschwindigkeitsrausch und Göteborg-Melodik geben sich die Klinke in die Hand. Wer es eingängiger und gleichermaßen vertrackter mag, dürfte das unorthodoxe „From Essence Deprived“ oder das schrille, von Gitarren-Squeals durchzogene „Fist Of Persistence“ zu schätzen wissen.

Die eierlegende Wollmilchsau hat Hauptsaison: „The Condemnation“ lässt Disquiet noch fokussierter und wuchtiger klingen. Ihren Sound haben die Niederländer endgültig gefunden, auch wenn die Zutaten alles andere als kreativ sein mögen. Letztlich stimmt die Zusammensetzung mit einigen Hits und durchgängig solidem Material rundherum. Kein nennenswerter Durchhänger und ordentlich Luftgitarren-Potential – ein Versprechen für die nächste Tour.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.01.2016
Erhätlich über: Soulseller Records (Soulfood Music)

Website: www.disquiet.nl
Facebook: www.facebook.com/disquietofficial

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Category: Magazin, Reviews

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