SikTh – Opacities

| 26. Januar 2016 | 0 Comments
SikTh

(c) Peaceville

Es ist keine leichte Aufgabe nach einem ca. achtjährigen Hiatus genau da anzuknüpfen, wo man aufgehört hat. Aber genau das haben die UK-Mathcore-Heroen von SikTh mit ihrem neuen Mini-Album vollbracht. Nicht die geringste Spur von Ermüdung oder Inspirationslosigkeit macht sich auf „Opacities“ bemerkbar. Man hat durchgehend den Eindruck, dass das Sextett geradezu heiß darauf war, ihre kreativen Ergüsse endlich wieder der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wie gesagt, soundtechnisch knüpfen die Jungs nahtlos am Vorgänger „Death Of A Dead Day“ an und zelebrieren weiterhin einen Mix zwischen System Of A Down, Protest The Hero und The Dillinger Escape Plan. Dies mag zwar nach planlosem Geknüppel klingen, wird von den Briten aber in souveränster Weise umgesetzt. Schließlich hat man es hier mit keinen Anfängern zu tun.

„Behind The Doors“ geht sofort ab wie Schmidts Katze: Wie tausend Querschläger fliegen dem Hörer Mikee Goodmans beissende Vocals um die Ohren. Den stimmigen bzw. auch stimmlichen Gegenpol liefert Justin Hills erhabener Klargesang, welcher vor allem in der zweiten Songhälfte den Ton angibt. Die Instrumentalfraktion wechselt dabei zwischen wahnwitzigen, polyrhythmischen Prog-Einlagen und fetten Groove-Passagen hin und her. „Philistine Philosophies“ schlägt eine ähnliche Richtung ein. Die immer wieder eingestreuten schrägen Gitarrenleads zusammen mit dem gesanglichen Schlagabtausch verleihen dem Sound der Briten eine besondere, abgefahrene Note, welche die Jungs klar vom Großteil der Tech-Bands abhebt.

Natürlich darf eine weitere Spoken-Word-Nummer, wie „When Will The Forest Speak“ und „Mermaid Slur“ auf den Vorgängern, nicht fehlen. Dieses Mal lautet der Track „Tokyo Lights“ und unterstreicht Mikee Goodmans fesselnde Vocal-Darbietung, welche ohne Instrumentalbegleitung noch einen Tacken schauriger wirkt. „Walking Shadows“ bringt den Prog-Groove-Mix zurück, bevor mit dem verhältnismäßig gechillten, aber nicht minder stimmigen „Days Are Dreamed“ der Vorhang fällt.

SikTh können wahrlich stolz auf „Opacities“ sein. Auch wenn es nur ein Mini-Album ist, bringt die sechs Songs umfassende EP einen willkommenen frischen Wind in die bereits leicht übersättigte Szene. Somit geben die Briten souverän vor, wie man eine Reunion gekonnt durchzieht. Bleibt nur zu hoffen, dass das nur der Anfang im neuen Kapitel der wiedererstarkten Engländer ist, und ein komplettes Langeisen nicht lange auf sich warten lässt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.01.2016
Erhältlich über: Peaceville (Edel)

Website: www.sikth.band
Facebook: www.facebook.com/sikthofficial

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Category: Magazin, Reviews

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