Mono & The Ocean – Transcendental

| 22. Oktober 2015 | 0 Comments
The Ocean

(c) Mark Hoffmann

Zwei der interessantesten Post-Metal-Protagonisten der Jetztzeit, noch dazu Quasi-Labelmates, treffen sich zu einem besonders interessanten Stelldichein mit höchst unterschiedlichen Vorzeichen. Auf der A-Seite parken Mono, die vor einem Jahr ein höchst ambitioniertes Doppelalbum veröffentlicht haben und für Anfang 2016 bereits einen Nachfolger ankündigen. Die B-Seite gehört dem Kollektiv The Ocean, das erstmals mit seinen beiden neuen Mitgliedern Paul Seidel (Schlagzeug) und Damian Murdoch (Gitarre) ins Studio gegangen ist. Beide Bands trumpfen auf „Transcendental“ mit jeweils einem langen neuen Song und somit insgesamt 24 Minuten Musik auf.

Monos „Death In Reverse“ ist eine Abhandlung von Leben, Tod und Regeneration, vom Weiterleben der Seele nach Beendigung der irdischen Existenz. Dieser Handlungsstrang lässt sich in den elf Minuten bestens verfolgen. Zunächst ruhig, später entschieden marschieren die Japaner durch das Leben und vertonen das nahende Ende als großes Post-Metal-Crescendo mit fieberhafter Melodik, singenden Gitarren und einem Hauch von Chaos. Plötzlich wird es still… und die Seele ist frei. Behutsame Klänge mit Klavier- und Streicher-Unterstützung geleiten in neue Sphären, Gänsehaut inklusive.

Auch The Ocean befassen sich mit dem Leben nach dem Tod, genauer gesagt: einer Theorie aus dem Tibetischen Totenbuch, demnach die Gedankenwelt direkt nach dem Ableben auf seine eigenen Illusionen trifft und mit diesen ringt. „The Quiet Observer“ beginnt langsam, beinahe behutsam, bevor schließlich die Band einsetzt und mit gewohnt roher, an Post-Hardcore angelehnter Energie erhaben durch das Auge des Sturms schreitet. Für die nachdenklichen Instrumental-Passagen lud man sich übrigens die Cellisten und Pianisten des noch aktuellen Albums „Pelagial“ ins Studio ein. Besonders die finale Explosion, begleitet von schmerzerfüllten Cello-Klängen, weiß zu rühren und zu bewegen.

So unterschiedlich die Vorzeichen auch sind, auf’m Platz (bzw. auf Platte) stimmt alles. Mono machen große Hoffnung auf ihr demnächst erscheinendes neues Album und The Ocean scheinen selbst mit abermals wechselnder Belegschaft nichts an Strahlkraft verloren zu haben. „Transcendental“ ist eine durch und durch unterhaltsame Split-EP zweier überdies großartiger Bands, die sämtliche Trümpfe mit gewohnter Souveranität ausspielen und noch dazu eine thematische Verbindung gefunden haben. Starker Stoff, war aber auch nicht anders zu erwarten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.10.2015
Erhätlich über: Pelagic Records (Cargo Records)

Facebook (Mono): www.facebook.com/monoofjapan
Facebook (The Ocean): www.facebook.com/theoceancollective

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Category: Magazin, Reviews

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