Reptile Master – In The Light Of A Sinking Sun

| 21. Oktober 2015 | 0 Comments
Reptile Master

(c) Blues For The Red Sun Records

Der seelische Untergang der Zivilisation spielt sich aktuell im Norden Norwegens ab, genauer gesagt: Tromsø. Die Stadt mit gut 72.000 Einwohnern ist Heimat von Reptile Master, einer etwas anderen Doom-Band, die sich eher am entstellten Weltschmerz von OM und Sleep orientiert, und ihre Klangwolken mit Sludge und Post-Metal garniert, gelegentlich verstohlen gen Drone schielt. „In The Light Of A Sinking Sun“ ist das faszinierende wie verstörende Debütalbum des Quintetts.

Es ist, insgesamt, ein kurzes, nicht minder krachendes Erstlingswerk, getragen von zwei kurzen instrumentalen Zwischenspielen, den vertonten Hexenprozessen. Was hier knistert und knackt, bleibt dem Kopfkino überlassen. Tatsächlich schälen sich nach und nach ellenlange, sperrige Tracks aus der Masse, getragen von gleich zwei Bassisten, die noch dazu kreischen, krächzen und growlen – Double-Bass mal anders. Rundherum mäandern bedrückend schwere, gerade bleierne Klanglandschaften durch karge Wälder, tragen die Endgültigkeit der Apokalypse nach außen und verschmelzen das subarktische Klima mit nicht enden wollenden Nebelbänken.

Was sich spontan und zufällig liest, ist im Grunde abgrundtiefhässlich, und das ist tatsächlich auch gut so. „From Crown To Dagger“ ist eines dieser schwer verdaulichen Machwerke, getragen von Klaustrophobie und wuchtigen Low-Ends. Während die Gitarren verzweifelt vibrieren, heulen die beiden Vokalisten über kaputte Arrangements. Einzig „Moon Ritual“ geht als bekömmlich durch, wohl aufgrund seiner Kürze. Tatsächlich hilft das entfernt an Tombstones erinnernde Riff durchaus mit.

Zugegeben, an Originalität mangelt es ein klein wenig – solche Klänge gibt es in diesem Genre immer wieder. Die Faszination liegt hingegen im konsequenten Durchzug des Stiefels, in der souveränen Präsentation und dem konsequenten Mut zur Hässlichkeit. „In The Light Of A Sinking Sun“ klingt nach Höllenfeuer und Erfrieren im Wald – grausam, unwirklich, Bewusstseins-erweiternd – ein krudes, reizvolles Ding.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 23.10.2015
Erhätlich über: Blues For The Red Sun Records (Soulfood Music)

Website: www.reptilemaster.com
Facebook: www.facebook.com/reptilemasterNO

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Category: Magazin, Reviews

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