Fit For An Autopsy – Absolute Hope Absolute Hell

| 30. September 2015 | 0 Comments
Fit For An Autopsy

(c) Bobby Bates

Nach sieben Jahren sind nur noch zwei der sechs Originalmitglieder von Fit For An Autopsy übrig geblieben – das ist durchaus rekordverdächtig. Gerade auf der Sängerposition musste nachgelegt werden, denn seit der Veröffentlichung von „Hellbound“ 2013 haben sowohl Mitgründer Nate Johnson als auch sein direkter Nachfolger die Segel gestrichen. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, wurde mit Joe Badolato eine hervorragende Lösung gefunden, der gängige Deathcore-Sound ein wenig aufgebrochen und mit „Absolute Hope Absolute Hell“ das vielleicht beste Album bisher eingespielt.

Klassisches Core-Geballer stellt nach wie vor das Rückgrat des Jersey-Sextetts dar. Der Titeltrack „Absolute Hope Absolute Hell“ eröffnet mit ungeahnter Wucht, lässt gleichzeitig aber auch Luft, simuliert etwas Tiefgang und wird doch von der Wucht der folgenden Breakdown-Orgie „Wither“ gegen die Wand gedrückt. Hier rufen Fit For An Autopsy so ziemlich alles ab, was das Genre zu bieten hat. Mehr davon? „False Positive“, „Murder In The First“ und das vertrackte „Hollow Shell“ warten bereits.

Und dann sind da noch Monster vom Schlage eines „Saltwound“. Angelehnt an den Titelsong, wird das Tempo rausgenommen und Platz für klaustrophobe Melodien mit komplexem, angeproggtem Geballer und schwerfälliger Anti-Romantik gemacht. Seinen Höhepunkt findet das dritte Studioalbum in „Ghosts In The River“, für das Fit For An Autopsy einen mächtigen, halb gesungenen, halb gebrüllten Refrain mit hymnischer Melodieführung auspacken. In Kombination mit Polyrhythmik und sämtlichen Death-Metal-Genres im Mixer werden Erinnerungen an Gojira wach.

Die angedeutete Abkehr von klassischem Deathcore kommt gerade rechtzeitig, zeigt dieser doch erste Abnutzungserscheinungen und fristet über weite Strecken von „Absolute Hope Absoluet Hell“ ein mattes Schattendasein. Gerettet wird das dritte Album von Fit For An Autopsy von Andeutungen an neue Ufer, kleine Gojira-Huldigungen, Melodien, Polyrhythmik und so ziemlich alles, was das Death-Metal-Herz begehrt. Nicht immer einfach, stellenweise generisch und dann wiederum seiner Zeit voraus – ein Trip für besonders Geduldige und Grenzgänger.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 02.10.2015
Erhätlich über: eOne Music (Soulfood Music)

Website: www.fitforanautopsy.com
Facebook: www.facebook.com/FitForAnAutopsyOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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