Spook The Horses – Rainmaker

| 30. Januar 2015 | 0 Comments
Spook The Horses

(c) Spook The Horses

Das Internet ist schon eine tolle Erfindung. Nicht nur, dass es gestattet, sinnfreie Ergüsse wie diesen hier genießbar zu gestalten – unter Umständen auch ein Grund, weswegen dieses Medium zu verteufeln ist – es ermöglicht Menschen aus allen Ecken der Welt sich musikalisch mitzuteilen. So kommt man auch vergleichsweise leicht an das zweite Album der Neuseeländer Spook The Horses, die Bandcamp als veritable Distributions-Möglichkeit entdeckt haben. „Rainmaker“ bietet ganz große, epische Post-Hardcore-Kunst, und macht Gesang zu einem Instrument unter vielen.

Nicht immer macht sich Callum Gay stimmlich bemerkbar, bleibt während eines Songs schon mal komplett stumm oder liefert nur wenige Zeilen, die teils klar gesungen, teils gegrowlt werden. Musikalisch fühlt man sich ein wenig an The Old Wind und Cult Of Luna erinnert, an Brachialgewalt, nackte Schönheit und weitläufige, verträumte Klangbögen. So auch im großartigen „Drought“ mit seinem sperrigen Äußeren, seltenen Momenten der Hoffnung, ein wenig Weltschmerz und ganz viel Nachdenklichkeit, aber eben auch wütenden Growls, explosiver Hackbrettstimmung und kollabierender Katharsis – was man sich eben so erwarten kann.

Krasses Gegenteil: „Saboteur“, ein mitleidig gesungenes, fragiles Stück mit weiten Leerräumen, packender Emotionalität und etwas zu viel Kitsch. In letztere Falle drohen Spook The Horses mehrmals zu tappen, umschiffen entsprechende Klippen aber zumeist geschickt. Wenn alles stimmt, kommt dabei beispielsweise „Widening“ raus mit seinen raren Growls, beklemmenden Harmonien und verkrustetem, ätherisch dargebotenem Dreck. Anders gefragt: Darf es noch ein bisschen mehr Terra Tenebrosa sein?

Freilich: Schönheitsfehler gehören dazu, sie machen das Gehörte halbwegs menschlich. „Rainmaker“ mag nicht fehlerlos sein, diese kleinen Makel aber machen die Platte, machen Spook The Horses stark, weil der Warzenansatz eben doch funktioniert, einschlägt und – man mag es kaum glauben – von der ersten bis zur letzten Sekunde so richtig unterhält. Zwischen Epik und Emotionalität machen die Neuseeländer abermals auf sich aufmerksam for all the right reasons.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.02.2015
Erhätlich über: Eigenvertrieb (Neuseeland-Import)

Website: www.spookthehorses.com
Facebook: www.facebook.com/spookthehorses

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Category: Magazin, Reviews

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