Reka – Dvala

| 5. Oktober 2014 | 0 Comments

Reka

Die russisch-französische Freundschaft Reka (Celeste-Bassist Sebastién wirkt hier mit) setzt zu neuen Höhenflügen an. Auf mehreren Alben und Kleinformaten wurde die Mischung aus Sludge und Post Metal kultiviert, ebenso in einer Vielzahl an Live-Shows. Den bisherigen Höhepunkt ihrer durchaus ansehnlichen Karriere hat sich das Quintett aber für jetzt aufgespart. „Dvala“ (schwedisch für „Lethargie“) besteht aus einem einzigen, über 17 Minuten langen Song und stellt eine Kollaboration mit den beiden Sängern von Amalthea dar.

Per Skytt und Simon Mellergardh zeigen sich, wie nicht anders zu erwarten war, von ihrer besten Seite. Der eine schreit und growlt mit geradezu unmenschlicher Energie, der andere entführt mit seinem berührenden Klargesang in fremde Dimensionen. Rundherum schneidern Reka ein kleines Meisterwerk. Anfangs fällt das Quintett mit der Tür durchs Haus, gibt sich betont mächtig und unnahbar, ein wenig an ihr Album „Renaissance“ erinnernd. Zwischendurch, in den gesungenen Passagen, fällt ein kleiner Sonnenstrahl auf die Karglandschaft, zelebriert die Schönheit des Momentes und wird schließlich doch wieder von der stürmischen Brechstange übermannt. Als zum Schluss hin, nach einer reduziert arrangierten Episode mit erschütternd nackten Drums, ein letztes Mal die Isis-Schattenseiten eingesetzt werden, spielt das Nervenkostüm nicht mehr mit. Die Folge: ein unkontrollierter Zusammenbruch der Psyche.

Was sich auf „Dvala“ abspielt, lässt sich am ehesten als Wechselbad der Gefühle beschrieben. Die Herangehensweise an das Gefühl der lethargischen Hilflosigkeit und der Versuch aus dieser auszubrechen, könnte besser kaum gewählt sein. Als eine Art ‚Beipacktext‘ liefern Reka eine Brandrede über das Fehlen einer politischen Meinung bei weiten Teilen der Bevölkerung sowie das nicht vorhandene Hinterfragen des Status Quo mit. „Dvala“ soll aufrütteln und motivieren. Mit dem bislang besten Release dieses Quintetts, mit einem beinahe perfekten Mammutsong gelingt das Unterfangen.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 29.08.2014
Erhätlich über: Moment of Collapse Records

Facebook: www.facebook.com/rekaband

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Category: Magazin, Reviews

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