Abest – Asylum

| 16. Mai 2014 | 0 Comments

Abest

Zwischen Göttingen, Bielefeld und Kassel tun sich musikalische Abgründe auf. Abest sind oberflächlich eine von vielen Bands, die sich kaputtem Post-Metal mit Hardcore-Einflüssen nach Neurosis-Schemata verschrieben haben. Hinter dieser beiläufigen, voreiligen Abkanzelung steckt ein junges Quartett mit einem Händchen für verkrustete, bleierne Schwere, kontrollierte Wutausbrüche und knochenzermalmende Arrangements. „Asylum“, das erste Album nach einer Demo und einer Split mit den Iren Absolutist, bringt den ekelerregenden Sound der Post-Isis-Generation auf den Punkt.

Mit einem Klangmassiv, das ein wenig an Red Apollo und Generation Of Vipers erinnert, bringen Abest den Opener „Nebel“ in Position – ein gut gewählter Start für diese Platte, denn die deutschen Nachbarn vereinen hier sämtliche Vorzüge ihres Sounds. Das beginnt bereits beim bedrohlichen, feinsinnigen Aufgalopp, der binnen Sekunden Spannung erzeugt und diese eine knappe Minute hält. Innerhalb von wenigen Augenblicken legen Abest den Schalter um und rumpeln in bester Black Metal-Manier gen Strophen, in denen die doomigen, hoffnungslosen Aspekte des Quartetts betont werden. Besonders die gutturalen, schmerzverzerrten Shouts verstören. Unwirklich präsentieren sich diese, stellenweise geradezu unmenschlich.

Der alles für sich einnehmende und Hoffnung erdrückende Sound zieht sich durch dieses Debüt. „Grau“ bemüht sich um den Einsatz auflockernder Mittel. Sägende, entstellte Gitarren richten Schaden an, die Schreie verhallen im Klangwall – umgeben von nachdenklichen Isis-Gitarren, von lichten Momenten, von Ansätzen versöhnlicher Momente, die schließlich in „Monolog“ auf die Spitze getrieben werden. Die Sechssaiter singen, ein gewisses Gefühl der Erhabenheit setzt ein, die Hände werden gen Himmel gestreckt, bevor dieser unvermittelt über dem Hörer einstürzt.

Viel hässlicher, unförmiger und doch kompromisslos gut zusammengestellt könnte „Asylum“ nicht sein. Warum Abest diesen Rückzugsort dringend benötigen, zeigen sich mehr als 40 Minuten lang. Unwirtlich ist die Welt da draußen, erdrückend, erstickend, alles andere als lebenswert. Eine dicke Post-Hardcore-Dreckkruste liegt über den sieben Songs, nur selten bricht sie auf, um feinsinnige Melodien durchzulassen. Man sehnt sie hierbei und kann es doch kaum erwarten, abermals von den dicken Gitarrenwänden oder der brachial agiernden Rhythmusabteilung zermalmt zu werden – eine Empfehlung für die Zukunft.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.05.2014
Erhätlich über: This Charming Man Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/abestmusic

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Category: Magazin, Reviews

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