Greenleaf – Trails & Passes

| 14. Mai 2014 | 0 Comments

Greenleaf

Greenleaf wechselt seine Musiker wie andere Menschen ihre Unterwäsche. Das etatmäßige Nebenprojekt durfte in der Vergangenheit unter anderem Mitglieder von Dozer und Truckfighters an Bord begrüßen. Zwei Jahre nach „Nest Of Vipers“ hat man abermals einen neuen Sänger (Arvid Jonsson) und Schlagzeuger (Sebastian Olsson) am Start. An den Stoner- und Desert-Rock-Qualitäten des schwedischen Quartetts ändert dieses Rein-Raus nichts, im Gegenteil: „Trails & Passes“ knüpft mehr als souverän an die bisherigen Releases an.

Die Neuzugänge erweisen sich als Glücksgriffe: Nicht nur, dass Olsson mit seinem variantenreichen Drumming die Tracks vorantreibt und damit die pulsierenden Bassläufe von Bengt Bäcke entsprechend akzentuiert, Arvid Jonssons versteht es gleichermaßen, süßlich-schelmische Tracks („The Drum“) und schwere, bedeutungsschwangere Monolithen („Ocean Deep“) in Szene zu setzen. Tommi Holappas Riffs und Soli gehen abermals direkt in Beine und Blut über. Das Ergebnis: wuchtige, einprägsame Hits wie „Our Mother Ash“, „Humans“ und das dezent an Queens Of The Stone Age erinnernde „Bound To Be Machines“.

Neben ein wenig solidem, durch die Bank unterhaltsamen Füllmaterial ragt „With Eyes Wide Open“ erst recht hinaus. Die stattliche Spielzeit von über acht Minuten deutet ein kleines Monster an – und ein eben solches bauen Greenleaf behutsam auf. Psychedelische Gitarren, langsam mahlende Rhythmusabteilung, verloren wirkende Vocals bilden ein wuchtiges Konzept, das sich nach viereinhalb Minuten in mächtige Soli, bärbeißige Grooves und ein donnerndes Midtempo-Finale entlädt.

Wie schon auf „Nest Of Vipers“ und dessen Vorgängern unterstreichen Greenleaf auch auf „Trails & Passes“ ihre musikalische Bandbreite. Klassische Wüstenriffs und -grooves treffen auf tief in den 70s verwurzelte Hard Rock-Motive und den x-ten Sänger in der illustren Geschichte der Schweden. Eben jener Arvid Jonsson kann locker mit seinen deutlich prominenteren Vorgängern mithalten. Das Ergebnis: gut 42 Minuten hitverdächtiger Rock satt. Wohl bekommt’s!

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 09.05.2014
Erhätlich über: Small Stone Recordings (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/greenleafrocks

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Category: Magazin, Reviews

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