El Caco – Hatred, Love & Diagrams

| 25. Januar 2012 | 0 Comments

El Caco

Seit über einer Dekade veröffentlichen die Norweger El Caco regelmäßig starke Platten und schaffen es dennoch kaum über ihre Landesgrenzen hinaus. Dabei hat das Trio um Sänger / Bassist Øyvind Osa, Gitarrist Anders Gjesti und Drummer Fredrik Wallumrød längst seinen ureigenen Sound gefunden, der behelfsmäßig in die Stoner Rock-Ecke gedrängt wird, aber ebenso für Modern Metal- und Alternative- / Prog-Liebhaber reizvoll sein dürfte. Auf ihrem Indie Recordings-Debüt „Hatred, Love & Diagrams“ reihen die Norweger – gewohnt staubtrocken – Hit an Hit mit faszinierender Wirkung und gelegentlichem Crossover-Potential.

Das von Daniel Bergstrand gewohnt intensiv und doch recht nüchtern in Szene gesetzte Album überrascht mit der etwas untypischen Vorabsingle „Hatred“ ein wenig. Der gleichförmige Marsch erinnert an die jüngere Satyricon-Vergangenheit mit dezentem Industrial-Vibe, der mystische Gitarrensound an Proghma-C (Tools polnische Brüder im Geiste), die Gestik im Refrain an Disturbed. Klingt abstrakt und in punkto Mischungsverhältnis seltsam, funktioniert aber – was für ein eingängiger, sich als Grower erweisender Bastard. ‚Grower‘ ist zugleich das perfekte Stichwort für „Hatred, Love & Diagrams“, das einige Durchläufe benötigt, bevor es so richtig zündet – siehe der mit deutlich klareren Stoner-Elementen versehene Opener „After I’m Gone“, ein nachdenklicher Slowfood-Leckerbissen mit Prog-Anteilen im Mittelteil.

Überhaupt stehen Tool-Gitarren bei El Caco hoch im Kurs, ohne jedoch als reiner Rip-Off durchzugehen – dafür ist ihr Sound zu vielschichtig, unorthodox und eigenständig. „Equivalence“ beispielsweise pendelt zwischen klassischem Hardrock und ein wenig Karnivool, beschwört im Mittelteil jedoch ganz unvermittelt den Geist von Lynyrd Skynyrd. Das unterkühlte „She Said“ hingegen punktet mit Alternative-Rock-Süße, während „Confessions“ den breitbeinigen, nachdenklichen Rocker mit verkapptem Stadion-Refrain mimt. Spätestens wenn der Rausschmeißer „Disconnect“ ein waschechtes Kyuss-Riff aus dem Hut zaubert, ist die Verwirrung perfekt: Wer zum Henker sind diese El Caco und wie zum Teufel wollen sie eigentlich klingen?

Gerade diese vermeintliche Orientierungslosigkeit – in Wahrheit Musikalität par excellance – macht El Caco so reizvoll. Selbst nach zehn Durchläufen ist man immer noch gespannt, welche Weggabelung die Norweger wählen, wohin es sie verschlägt. Im Endeffekt ist „Hatred, Love & Diagrams“ stellenweise das, was man von den Briten Jurojin erwarten könnte, nämlich ein Hauch von modernem Prog Rock neben Alternative-Einschlag und Riff-Magie. Mit seinem staubtrockenen Sound und Langzeit-Unterhaltungs-Faktor entwickelt sich diese Platte zu einem kleinen Juwel, ganz unerwartet, vollends magisch. Wenn El Caco weiterhin Geheimtipps bleiben, kann es auf keinen Fall an ihnen liegen. Audrey Horne müssen sich warm anziehen.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 27.01.2012
Erhätlich über: Indie Recordings (Edel Music Distribution)

Website: www.elcaco.com
Facebook: www.facebook.com/elcacoofficial

EL CACO – HATRED by Rockstop.no

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Category: Magazin, Reviews

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