The 11th Hour – Lacrima Mortis

| 26. Januar 2012 | 0 Comments

The 11th Hour

Als Ed Warby (Gorefest, Hail Of Bullets, Ayreon) und Rogga Johansson (Edge Of Sanity, Demiurg, Paganizer, Ribspreader) 2009 ein gemeinsames Projekt ankündigten, konnte man kaum mit The 11th Hour rechnen. Warby spielte sämtliche Instrumente auf „Burden Of Grief“ ein und lieferte den Klargesang, während sein Konterpart für die Growls verantwortlich war – ein Melodic Doom-Meisterwerk war geboren. „Lacrima Mortis“ wurde größtenteils auf Tour geschrieben, verfolgt im Gegensatz zum Debüt aber kein geschlossenes Konzept. Aber auch abseits der textlichen Ebene – Warby mischt fiktive Erzählungen mit realen Begebenheiten zu den Themen ‚Tod‘ und ‚Verlust‘ – hat sich bei The 11th Hour einiges getan.

Rogga Johnasson sollte eigentlich auch das zweite Album von Ed Warbys Nebenprojekt einbrüllen, musste seinen Platz aufgrund einer langwierigen Krankheit Pim Blankenstein überlassen, der ‚Tour-Growler‘ von The 11th Hour. Blankenstein macht seine Sache jedoch hervorragend und präsentiert sich als mehr als nur gute Alternative für den schwedischen Veteran. Aber auch Warby ist angesichts der erklecklichen Live-Aktivitäten als Musiker hörbar gewachsen, was bereits der Opener „We All Die Alone“ unter Beweis stellt. Nicht nur, dass der Song dank klassischer Metal-Elemente und einer gewissen Verspieltheit in den düsteren Passagen deutlich dynamischer und majestätischer wirkt, der Holländer hat als Sänger deutlich verbessert und liefert sich herrliche Duelle mit Blankensteins fiesen, gutturalen Growls.

So wuchtig dieser Auftakt auch auffällt, „Lacrima Mortis“ nimmt erst in weiterer Folge so richtig Fahrt auf. „Rain Of Me“ schüttelt ein waschechtes Black Sabbath-Riff aus dem Ärmel und spielt auch minutenlang mit feinstem Psychoterror, getragen von präziser Gitarrenarbeit und überaus dichter Atmosphäre. „Reunion Illusion“ entfacht beinahe kathartische Wirkung mit dezentem Griftegård-Einschlag, wobei das balladeske, psychedelische Opeth-Breakdown eben für jene dezent proggige Note sorgt, die The 11th Hour 2012 so überlebensgroß erscheinen lässt. Selbst im verhältnismäßig kurzen Rausschmeißer „Bury Me“ – unter fünf Minuten Spielzeit – beweist Warby, dass Doom auch prägnant und auf den Punkt sein kann, bittersüße Grabesstimmung inklusive.

Man kann und muss Ed Warby für „Lacrima Mortis“ nur gratulieren. Von vorne bis hinten wirkt dieser Zweitling dichter, atmosphärischer, bewegender – sicherlich unter anderem ein Verdienst der fantastischen Orchesterparts, die Gänsehaut erzeugen. Wie schon „Burden Of Grief“ entpuppt sich auch diese Platte als Grower, wobei der Einstieg dank Warbys deutlich sicherer gewordenen Gesang leichter fällt. Bei gewissen Details – beispielsweise das etwas zu dick aufgetragene Schluchzen in „Tears Of The Bereaved“ – muss der Niederländer noch ansetzen, zumal „Lacrima Mortis“ der Höchstwertung bedrohlich nahe kommt. Auch ohne einen hoffentlich bald wieder genesenen Rogga Johansson.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 27.01.2012
Erhätlich über: Napalm Records (Edel Music Distribution)

Facebook: www.facebook.com/the11thhour

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Category: Magazin, Reviews

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