Plague Years – Circle Of Darkness

| 15. September 2020 | 0 Comments
Plague Years

(c) eOne

Mit schierer Urgewalt rattern Plague Years aus den Boxen. Erst seit wenigen Jahren gemeinsam unterwegs, versteht sich das Quartett aus Michigan auf einen Crossover-Mix aus Thrash, Death und Hardcore, ein wenig an Power Trip (RIP Riley Gale) erinnernd. Ihr Debütalbum „Unholy Infestation“ konnte sich allerlei prominente Fans erspielen (u.a. Trevor Strnad von The Black Dahlia Murder), der Nachfolger sollte jedoch in allen Belangen extremer werden – härter, düsterer, schneller und brutaler. „Play The Victim“ langt beherzt zu.

Der Titelsong dreht sich um narzisstische Personen, die einem in den Rücken fallen und danach das Opfer spielen. Eine gewisse, verständliche Wut ist zu spüren, wenn sich der Track aus dem Dickicht des langen Intros löst und vom Midtempo-Stomper zum Thrash-Sprint umschlägt. Brüllwürfel Tim Engelhardt schreit und bellt sich die Seele aus dem Leib, rundherum riecht es unter anderem nach alten Slayer und Kreator. Diesen Eindruck erweckt das anschließende „Witness Hell“, ein weiteres Beispiel für ranzige, schroffe Death-Thrash-Ursuppe, die ohne Filter durchrattert und durch pure Bosheit überzeugt. Im stampfenden Wurmfortsatz wird es angenehm fies.

Je länger die Platte dauert, desto vielschichtiger gestaltet sie sich. „Evil One“ nimmt wuchtigen Death-Groove mit, entlädt sich auf Raten und baut stattdessen eine gewaltige, überdimensionale Wand auf. Engelhardt spielt in manchen Momenten mit Gesang, was prima gelingt. Wohlige Schauer laufen auch in „World In Blood“ über den Rücken. Der zackige Auftakt täuscht, denn dahinter baut sich eine weitere zähe Monstrosität mit herrlich dröhnenden Riffs auf. Sollte das zu gemächlich wirken, bläst „Circle Of Darkness“ den Staub aus den Boxen. Ein wenig an den Auftakt anknüpfend, verfallen Plague Years mit jeder Sekunde zunehmend in Death-Metal-Muster und zerlegen alles, was sich ihnen in den Weg stellt.

„Circle Of Darkness“ wird keinen Schönheitspreis gewinnen, muss es aber auch nicht. Stattdessen bauen Plague Years auf ihrem zweiten Album gleich mehrere Wände auf, die sie mit wachsender Begeisterung einreißen. Weite Teile des Albums spielen sich dort ab, wo sich einst der Weg von Thrash und Death trennte, nur um noch ein wenig Crossover- und Hardcore-Intensität beizumengen. Nicht gerade innovativ, wohl aber verdammt unterhaltsam und in seiner Kompromisslosigkeit einfach gut: Plague Years muss man sich merken.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 18.09.2020
Erhältlich über: eOne (SPV)

Facebook: www.facebook.com/plagueyearsdet

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Category: Magazin, Reviews

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