The Black Dahlia Murder – Verminous

| 20. April 2020 | 0 Comments
The Black Dahlia Murder

(c) David E. Jackson

Das kreative Hoch von The Black Dahlia Murder scheint einfach nicht abebben zu wollen. Seit Jahren veröffenlicht das US-Quintett hochklassige Alben und scheint dabei immer weiter über sich hinauszuwachsen. Für „Verminous“, den neuesten Longplayer, gab es abermals keine Vorgaben. Man wollte sich musikalisch weiter hinauswagen denn je, ohne dabei auf die Wurzeln zu vergessen. Was sich ungemein klischeehaft liest, gelang tatsächlich verdammt gut.

„Removal Of The Oaken Stake“ legt die volle kreative Energie der Melodic-Death-Veteranen offen. Während Trevor Strnad gewohnt giftig keift, spielt die Band mit neuen Variationen und feinen Details. Eine gewisse Melancholie macht sich breit, rund um ein Wechselspiel aus höllischen Sprints und ausladenden, melodischen Flächen arrangiert. Das kennt man zu gewissen Teilen bereits vom Vorgänger, wurde hier allerdings weiter vertieft. Ähnliches gelingt dem erhabenen, über weite Teile im eingängigen Midtempo-Feld stampfenden „Sunless Empire“, dessen Twin-Leads selbst klassische Metal-Fans unterhalten könnten.

Zwischen diesen beiden Leckerbissen versteckt sich „Child Of Night“, ein vergleichsweise klassischer Black Dahlia Murder-Track. Das Tempo ist über weite Strecken hoch und fies; je länger der Song dauert, desto differenzierter und feinsinniger rotiert das Skalpel. Der eröffnende Titelsong „Verminous“ nimmt klassischen Schwedentod mit und überzeugt durch seine bloße Wucht – ein kompakter Husarenritt, im bissigen „The Wereworm’s Feast“ geschickt fortgesetzt. Durchaus vertracktes Riffing und angedeutete Polyrhythmik kollideren mit Groove-Wahnsinn. Das bissige, betont frontale „The Leather Apron’s Scorn“ will ebenfalls nicht unter den Tisch fallen.

Wie schon auf den letzten Platten, lauert der Teufel abermals im Detail. Rattert „Verminous“ im ersten Durchlauf noch gewohnt furios durch, legen The Black Dahlia Murder Schritt für Schritt weitere Feinheiten offen. Die greifbare Melancholie, die noch weiter intensivierte Melodik, komplexe Austritte und bleierner Groove ergeben den jüngsten Leckerbissen in einer erschreckend beständigen Serie an großartigen Melodic-Death-Platten. The Black Dahlia Murder bleiben eine Referenz und weiterhin unerreichbar.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 24.04.2020
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: www.tbdmofficial.com
Facebook: www.facebook.com/theblackdahliamurderofficial

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Category: Magazin, Reviews

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