Fermentor – Continuance

| 12. August 2020 | 0 Comments
Fermentor

(c) Fermentor

Schlagzeuger Dylan Marks und Gitarrist Adam Wollach machen seit geraumer Zeit gemeinsam Musik. Ihr längstdienendes Projekt ist Fermentor, das es in etwas über einem Jahrzehnt auf bislang zwei EPs und eine Demo brachte. Das Duo aus San Diego ist rein instrumental unterwegs und spielt eine progressiv-technische Mischung aus Thrash und Death – schroff, wuchtig und auf unterhaltsame Weise anspruchsvoll. „Continuance“ ist das Debütalbum Fermentors.

Die wütenden, schroffen Kesseln des eröffnenden „The Stench“ machen vor, wohin die Reise geht. Von der ersten Sekunde an klingen Fermentor gefährlich, fast schon unberechenbar. Genau dieser Wahnsinn hat einiges an Methode, ist doch nie so ganz klar, wohin der Vierminüter ausschlägt. Wiederholt verschärftes und entspanntes Tempo, ein wenig Groove und fiese Double-Bass-Salven erzeugen fauliges und doch modernes Kopfkino. Hier macht „Thunderboss“ nahtlos weiter. Der längste Track dieses Full-Length-Einstands lässt gelegentlich den atemberaubend schnellen Thrash-Kreisel geradezu exzessiv kreisen, findet jedoch ebenso Platz für ein paar nachdenklichere, fast schon melodische Zwischenspiele.

Schnell zeigt sich: Fermentor brauchen keine Vocals, um mit ihren Songs kleine Geschichten zu erzählen. Das stete Wogen von „Landbridge“ macht es vor. Über weite Strecken dient der Sprint nur als schmuckes Beiwerk, denn die echte Kunst spielt sich dazwischen, in den bleiernen Midtempo-Parts ab. Der ominöse Rausschmeißer „Project Zeus“ stellt ein paar Vocal-Samples an den Anfang, bevor die erste von mehreren Höllenabfahrten beginnt. Mehrere Zäsuren unterbrechen das Geschehen, nur im Anschluss die Schlagzahl gewaltig zu erhöhen. Mit der Abrissbirne „The Decay Of Western Society“ und dem shreddernden Sprinter „Stage V“ arbeiten sich weitere Gustostückerl hervor.

Selbst für instrumentale Metal-Gefilde ist das, was Fermentor abziehen, alles andere als Schema F. Ihre Songs, ihre Herangehensweise wirken im besten Sinne frisch und anders, obwohl die Zutaten allesamt vertraut und bestens erprobt sind. Neue narrative Qualitäten ergeben sich interessanterweise durch das Weglassen jeglicher Vocals. Und so bäumt sich „Continuance“ immer weiter auf, erfrischend und anspruchsvoll, brachial und gekommt dynamisch. An dieser Wundertüte hört man sich nicht so schnell satt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 14.08.2020
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/fermentormetal

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Category: Magazin, Reviews

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