Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs – Viscerals

| 31. März 2020 | 0 Comments
Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs

(c) Rocket Recordings

So schweinisch, sie schreien es gleich siebenfach von den Dächern: Mit „King Of Cowards“ gelang Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs vor knapp eineinhalb Jahren ein kleines Husarenstück. Stoner-Riffs, Noise-Kaskaden, proto-metallische Anwandlungen und Wucht-Prog gaben sich betont unbequem und durchgeknallt. Das spendete offenbar ordentlich Selbstbewusstsein, denn die fünf Briten setzen gleich noch einen drauf. Ihr „Viscerals“ klingt noch fieser, fokussierter und bösartiger.

Wie ein wütendes Donnergrollen landet „New Body“ im Vorgarten des Seelenlebens. Der erste von zwei XXL-Tracks steht für die zähen, entschleunigten Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs und drängt den noisigen Sound in doomig-lärmende Gefilde. Die Kombination aus durchdringenden Vocals und schrillen Feedback-Schleifen steigert sich bis zum Äußersten und landet bei fatalistischer Entfremdung. Im Gegensatz dazu wirkt der Opener „Reducer“ nett und bekömmlich. Das angezogene Tempo, die wütend zuckenden Gitarren, das Echo in der schwerfälligen letzten Minute – das tut im besten Sinne weh.

„Halloween Bolson“ ist die zweite Monstrosität dieser Platte, erreicht sogar die Neun-Minuten-Marke. Und zumindest in der ersten Hälfte ist alles anders, denn die Briten servieren für ihre Verhältnisse bekömmlichen, direkten Stoner-Sludge mit uriger Riffgewalt. Wenn schließlich das Tempo wegbricht und die Distortion noch weiter (ja, tatsächlich!) zunimmt, vergeht Hören und Sehen. Als angepunkte Antithese macht „World Crust“ ordentlich Boden gut und sprintet ab und an schon mal richtig, während „Rubbernecker“ mit süffiger Schwere urplötzlich Mastodon neben Unsane packt.

Tatsächlich ist „Viscerals“ das bislang selbstbewussteste Album einer Band, die eigentlich nicht gerade für ihre Bescheidenheit bekannt ist. Mehr Abwechslung, mehr Variation, mehr Wumms in allen Belangen begleitet Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs durch eine packende Platte. Die Zeit des steten Verharrens auf einem einzigen Riff ist längst vorbei, mehr Dynamik und sogar ein paar verstohlen eingeflochtene Melodien deuten eine neue Ära an. Natürlich bleiben die Briten laut und unerbitterlich, bloß auf andere Weise – ein weiteres mächtiges Statement.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.04.2020
Erhältlich über: Rocket Recordings (Cargo Records)

Website: www.pigsx7.co.uk
Facebook: www.facebook.com/PigsPigsPigsPigsPigsPigsPigs

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Category: Magazin, Reviews

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