Kirk Windstein – Dream In Motion

| 21. Januar 2020 | 0 Comments
Kirk Windstein

(c) eOne

Nach unglaublichen 30 Jahren an vorderster Sludge-Front mit Crowbar wagt sich Kirk Windstein an seine erste Soloplatte. Es sollte kein Acoustic-Album werden, so der Meister des Rauschebarts, das wäre zu klischeehaft. Stattdessen möchte er eine andere Seite seines Songwritings betonen, der zwar ebenfalls eine gewisse Heavyness innewohnt, aber auch Gefühl, Seele und Atmosphäre. „Dream In Motion“ wird seinem, pardon, verträumten Titel wiederholt gerecht.

Der eröffnende Titelsong schafft die Brücke zur Hauptband. Bärbeißige Heavyness trifft auf perfekte Reduktion. Donnerndes Schlagzeug, schroffer Bass und das erste von vielen mächtigen Riffs erzeugen in Zusammenspiel mit Windsteins Röhre eine klamme wie bewegende Atmosphäre. Natürlich wirkt das in manchen Momenten vertraut, zugleich jedoch komplett anders, als würden Gone Is Gone plötzlich Pantera covern. „Hollow Dying Man“ nimmt das Tempo hingegen komplett raus und spielt geschickt mit Doom-Elementen. Meditative Wuchtbrumme nennt man das wohl.

Zwar ist Windsteins Einstand ein in sich geschlossenes Werk geworden, dennoch lassen sich unheimlich viele verschiedene Facetten aus selbigem herauslesen. Da wäre beispielsweise das mit klaren Melodien und zäher Gemächlichkeit behaftete „Necropolis“, vielleicht der emotionaliste Exkurs dieses Albums. In „The World You Know“ tauchen filigrane Leads der klassischen Metal-Schule auf, während „Toxic“ noch einmal ein wenig Bosheit drauflegt. Silvertomb lassen grüßen. Zum Abschluss covert Windstein einen seiner ewigen Favoriten, „Aqualung“ von Jethro Tull. Er bleibt nahe am Original, wohl aber mit eigenem Stempel behaftet – eine kurzweilige Hommage, wenn man so möchte.

Auf seinem Solo-Einstand erinnert Kirk Windstein an Crowbar – das liegt alleine schon an den ikonischen Vocals – ohne sich selbst abzukupfern. „Dream In Motion“ arbeitet mit durchaus vertrauten Riffs, die allerdings insgesamt deutlich sanfter und simplistischer ausfallen. Stattdessen liegt der Fokus dieser bewegenden Platte auf dem Finden der passenden Atmosphäre. Doom-, Gaze- und sogar dezente Prog-Elemente halten Einzug in ein Album, das im besten Sinne überrascht und doch die Erwartungen erfüllt. In dieser bestechenden Form will, nein, muss man Windstein unbedingt öfter von dieser Seite hören.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.01.2020
Erhältlich über: eOne (SPV)

Facebook: www.facebook.com/crowbarmusic

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Category: Magazin, Reviews

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