God Alone. – God Alone.

| 7. November 2019 | 0 Comments
God Alone.

(c) God Alone.

Immer wieder drängen junge Talente ins Rampenlicht. Bei God Alone. stimmt das mehr denn je, denn alle Musiker wurden im neuen Jahrtausend geboren und sind folglich noch nicht dem Teenager-Alter entwachsen – das ist (noch) eine absolute Seltenheit. Die Musik des irischen Quintetts ist allerdings noch interessanter als ihre Jugend, denn die Mischung aus Post Metal, Blackgaze, Math Rock und Electro verwirrt und begeistert zu gleichen Teilen. Ihr bereits dritter Release, eine EP, hört auf den schlichten Namen „God Alone.“.

Vier ellenlange Songs zelebrieren die Vielschichtigkeit der Herren aus Cork. Bereits das eröffnende „Feeling On Tic“, eine „Simpsons“-Referenz, könnte kaum sperriger und faszinierender sein. Die wütende, zwischen Hardcore und Black Metal pendelnde Wucht der ersten Minuten schlägt wüst um sich, von dezenten elektronischen Einflüssen begleitet. Konstant mäandert der Song zwischen furiosem Chaos, bleiernem Doom und metallischer Sinnsuche. „Madting“ zäumt das Pferd hingegen von hinten auf. Hier drehen die Iren ordentlich an den Knöpfchen, spielen mit Synthies und Effekten, und füllen den weit offenen Raum nur zögerlich mit Stakkato-Attacken.

Als echte Fusion-Kost erweist sich „Ke Ta“. Was zunächst mit Celtic-Rock-Elementen spielt, drängt schließlich in japanische Gefilde. Der Songtitel bezieht sich auf einen Fan aus Japan, der die Band auf Tour einlud, was aufgrund besagter Jugend (zum damaligen Zeitpunkt betrug das Durchschnittsalter sogar nur 16) nicht möglich war. Das ambitionierte Spiel mit Math-Rock-Motiven und unkontrollierten Explosionen, von seltenen fernöstlichen Exkursen begleitet, reißt mit. Schließlich kratzt „Yes Aii“ an der Zehn-Minuten-Marke und wirft noch einmal alles in einen Topf. Der gemächliche, bedächtige Aufbau bohrt sich tief in post-metallische Gefilde, die Math-Gitarren zwischendurch verstören und die gewaltige Eruption am Ende drängt schließlich gen Norwegen.

Eine gewisse Eingewöhnungsphase ist Pflicht, denn anfangs wirkt es tatsächlich so, als würden God Alone. alles gegen eine Wand werfen, um zu sehen, was kleben bleibt. Ihre neue EP stellt vor Rätsel, die sich schließlich von selbst auflösen. Alle Einflüsse aufzuzählen, würde zu weit führen – die ambitionierten, anspruchsvollen und letztlich packenden Tracks sprechen für sich. Im breitesten Genre-Spagat etablieren sich die Iren als imposante Zukunftshoffnung mit einer Range, welche an frühe Between The Buried And Me erinnert. Und das jenseits der Zwanziger, eigentlich unglaublich.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 08.11.2019
Erhältlich über: Cosmonaut Music

Website: godalone.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/godalonecork

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Category: Magazin, Reviews

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