October Tide – In Splendor Below

| 15. Mai 2019 | 0 Comments
October Tide

(c) Alexander Backlund

Beklemmende Düsternis und bärbeißige Härte sind die Markenzeichen von October Tide, der Band um die ehemals bei Katatonia angestellten Norrman-Brüder und Demonical-Frontmann Alexander Högbom. Ihr Death-Doom-Gebräu treibt seit dem Comeback 2010 herrlich bleierne, intensive Blüten und findet nun einen neuen, kleinen Höhepunkt. Auf „In Splendor Below“ feiert die Rhythmusabteilung von Letters From The Colony ihr Studio-Debüt, begleitet von der wohl konzentriertesten Platte der Bandgeschichte.

Tatsächlich wurden die etwas anstrengenden Überleitungen und Zwischenspiele von „Winged Waltz“ fast komplett eliminiert, wodurch die neue Platte wie aus einem Guss wirkt. Wie es geht, demonstriert „Ögonblick Av Nåd“ recht eindrucksvoll. Rund um ein beklemmendes Riff aufgebaut, arbeitet der gemächliche Trauermarsch mit einem Hauch von brachialer Death-Metal-Gewalt, doomigen Zwischenspielen und einem überraschend klassischen Gitarrensolo – schon wäre eine echte Monstrosität gelandet. „Our Famine“ arbeitet mit ähnlichen Stilmitteln, wobei der nachdenkliche Breakdown in der letzten Minute doppelt unter die Haut geht. Der folgende kleine Wutausbruch passt natürlich perfekt ins Bild.

In punkto Intensität fahren October Tide im Vergleich zu den letzten Alben ein paar Stufen nach oben. So wirkt „I, The Polluter“ stellenweise unglaublich fies und druckvoll – das kehlige Krächzen schielt sogar kurz in schwarzmetallische Gefilde – findet trotz feister Double-Bass-Salven aber immer wieder zur bedrückenden Grundstimmung zurück. Das gilt auch für den Giganten „Seconds“, einen der melodischten Songs dieser Platte. Wild wogt die Stimmung hin und her, beklemmende Doom-Melodien kollidieren mit ungefilterter Wut und bissigen Growls. Stellenweise lassen sogar etwas härtere Swallow The Sun grüßen.

Mit frischer Energie und neuem Fokus tanken sich die Schweden durch ihr mittlerweile sechstes Studioalbum. „In Splendor Below“ zeigt October Tide in bestechender Form. Das Songwriting ist auf den Punkt, überflüssiges Fett wurde geschickt reduziert und die Intensität deutlich in die Höhe geschraubt. Beklemmende Atmosphäre von der ersten bis zur letzten Sekunde und erfrischende Intensität sorgen für die vielleicht beste Platte des Quintetts.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.05.2019
Erhältlich über: Agonia Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/octobertideband

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Category: Magazin, Reviews

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