Interview mit Fredrik Norrman von October Tide

| 10. März 2013 | 0 Comments

October Tide

Nach seinem Ausstieg bei Katatonia im Jahr 2009 reaktivierte Gitarrist Fredrik Norrman sein Death’n’Doom-Projekt October Tide, ursprünglich in den 90ern während einer Katatonia-Pause ins Leben gerufen, und veröffentlichte ein Jahr später das dritte Album „A Thin Shell“, unterstützt von diversen neuen Mitstreitern, darunter Sänger Tobias Netzell. Dieser ist, wie auch In Mourning-Bassist Pierre Stam, schon wieder Geschichte. Nachfolger wurden bereits gefunden, mit „Tunnel Of No Light“ steht eine neue Platte in den Startlöchern. Mastermind Frederik Norrman verrät, wie es zu den Umbesetzungen kam, und verspricht, dass October Tide gekommen sind, um zu bleiben.

Ihr habt euch 2010 mit eurem dritten Album "A Thin Shell" zurückgemeldet. Rückblickend, wie zufrieden bist du damit?

Ich bin immer noch sehr zufrieden damit, die Songs sind so geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es hätten allerdings ein oder zwei Tracks mehr sein können.

Nachdem du 2009 Katatonia verlassen hast, wurde October Tide erneut zum Leben erweckt. Seid ihr gekommen, um zu bleiben?

Das glaube ich ganz sicher. Das neue Lineup fühlt sich stabil an und wir alle sind mit dem neuen Album sehr glücklich, also wird es eine schöne Herausforderung sein, an einem Nachfolger zu arbeiten, wenn die Zeit dafür reif ist.

Wie ist es, rückblickend, zur Auferstehung von October Tide gekommen? Hatte es mit deinem Abgang bei Katatonia zu tun?

Nein, damit hatte es nichts zu tun. Ich hatte von Zeit zu Zeit daran gedacht und mehrfach Jonas (Renske, Katatonia-Sänger und October Tide-Gründungsmitglied) gefragt, ob er nicht mitmachen wolle, aber er war nie daran interessiert. Als ich bei Katatonia aussteigen musste, hatte ich bereits einige Ideen in der Hinterhand.

Im Vorfeld der Aufnahmen zu "Tunnel Of No Light" musstest du Bassist Pierre Stam und Sänger Tobias Netzell ersetzen. Warum haben sie die Band verlassen und wie bist du auf ihre Nachfolger gestoßen?

Eine Mischung aus Familienleben und ihrer anderen Band In Mourning war der Grund für den Abgang. Mattias (Norrman, neuer Bassist) ersetzte kurzzeitig Pierre, als dieser bei seiner schwangeren Frau blieb, also war diese Personalie einfach. Einen neuen Sänger zu finden, war ein wenig komplizierter, aber Daniel Liljekvist von Katatonia schlug einen Typen aus seiner Heimatstadt vor, von dem er glaubte, dass er zu uns passen würde. Was er auch tat…

Nicht zum ersten Mal musstet ihr euren Sänger ersetzen, dennoch finden October Tide immer zurück in die Spur. Warum ist Neuzugang Alexander Högbom der perfekte Kandidat für deine Band?

Vier Alben und vier verschiedene Sänger! Natürlich wollte ich nie, dass es dazu kommt. Mit Alex stimmt alles, er hat richtig Bock und mag, rein zufällig, wie wir anderen auch, Bier (lacht).

Wann war die Zeit gekommen, neues Material zu schreiben und zurück ins Studio zu gehen?

Es dauerte nach „A Thin Shell“ ein wenig, bis ich wieder Inspiration fand. Das ist immer so, nachdem ich ein Album fertig gestellt habe – ich bekomme dieses Gefühl kompletter Ermüdung und frage mich, wie ich jemals ein weiteres Riff schreiben soll. Als ich sie wieder fand, ging es ziemlich leicht.

Du hast einmal mehr mit Jonas Kjellgren gearbeitet. Was hat dich dazu bewogen, erneut mit ihm zu arbeiten, anstatt etwas Neues auszuprobieren?

Jonas ist ein alter Freund. Außerdem gefällt uns der Standort seines Studios. Dort aufzunehmen, ist stets sehr entspannt; nur wir und die Geister von dieser alten psychiatrischen Anstalt in der Nähe des Studios.

Gibt es bei October Tide einen Hauptsongwriter, oder erarbeitet ihr alles - egal ob Musik oder Texte - gemeinsam?

Zumeist schreibe ich die Musik, Emil (Alstermark, Gitarrist) hat ein schönes Stück für dieses Album geschrieben. Um die Arrangierung und den Feinschliff kümmern wir uns aber alle zusammen. Auf diesem Album haben uns einige Freunde mit den Texten geholfen, da Alex erst spät während den Aufnahmen zu uns gestoßen ist. Er musste gleichzeitig die alten Songs für einige Konzerte und die neuen Songs fürs Studio lernen.

Wofür steht der Titel eures neuen Albums, "Tunnel Of No Light"? Was bedeutet er für dich?

Für mich hat der Titel mehrere Bedeutungen. Er fasst die Atmosphäre dieses Albums zusammen, das gespenstische Cover, das düsterste October Tide-Album bis jetzt.

Ihr habt Candlelight Records verlassen und seid nun bei Pulverised unter Vertrag. Wie ist es dazu gekommen?

Candlelight wollte uns nicht mehr, was uns gut gepasst hat. Ich hatte es mir anders vorgestellt. Die Leute bei Pulverised scheinen deutlich entspannter zu sein, ich bin bislang sehr zufrieden.

Noch gibt es keine Konzert-Ankündigungen für die nächste Zeit. Wie sehen eure Pläne für die nächste Zeit aus? Wird man euch auch in Österreich zu Gesicht bekommen?

Noch ist nichts geplant. Wir werden viel proben, Ende März eine Release-Party haben, spielen im April in Moskau und im Mai in Rom. Für Österreich gibt es noch keine Pläne.

Was macht October Tide einzigartig?

Wenn du klassischen Gloom Metal mit einigen experimentellen Elementen magst, könnten wir deine Band sein. Wir haben unseren Sound seit dem ersten Album beibehalten, bloß neue Pfade versucht.

Die letzten Worte gehören dir:

Danke für das Interesse, bringt uns nach Österreich!

Vielen Dank für deine Zeit, alles Gute für "Tunnel Of No Light".

Website: www.octobertide.net
Facebook: www.facebook.com/octobertideband

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Category: Interviews, Magazin

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