October Tide – Tunnel Of No Light

| 29. März 2013 | 0 Comments

October Tide

Nach seinem Ausstieg bei Katatonia im Jahr 2009 reaktivierte Gitarrist Fredrik Norrman sein Death’n’Doom-Projekt October Tide, ursprünglich in den 90ern während einer Katatonia-Pause ins Leben gerufen, und veröffentlichte ein Jahr später das dritte Album „A Thin Shell“, unterstützt von diversen neuen Mitstreitern, darunter Sänger Tobias Netzell. Dieser ist, wie auch In Mourning-Bassist Pierre Stam, schon wieder Geschichte. Nachfolger wurden bereits gefunden, mit „Tunnel Of No Light“ steht eine neue Platte in den Startlöchern.

Alexander Högbom heißt der Neue, unter anderem bei Volturyon tätig – eine gute Wahl. Growls sind für ihn das einzig Wahre, gelegentlich deutet er an, in Richtung Gesang zu wechseln, belässt es jedoch bei bloßen Andeutungen. Gerade das macht unter anderem den Opener „Of Wounds To Come“ spannend. Nicht nur, dass Högbom immer wieder einen Bruch andeutet, die Mischung aus erhabener Arrangierung und furztrockener Produktion geht auf. Zwischen Underground-Charme und songdienlicher Brillanz deckt Jonas Kjellgren (Scar Symmetry, Sonic Syndicate, In Mourning) hinter den Reglern alles ab.

Währenddessen nehmen die Schweden langsam aber sicher Fahrt auf, wenn man das denn so formulieren will. Das weit über acht Minuten lange Monster „Our Constellation“ glänzt vor allem dann, wenn es das Tempo hinausnimmt und sich butterweichen, beinahe versöhnlichen Instrumentalpassagen hingibt. October Tide schweben über ihren eigenen Songs und klingen dabei geradezu gelöst. „Watching The Drowners“ entpuppt sich als Hit, speziell wenn Alexander Högbom gemeinsam mit der abermals zarten Gitarrenmelodie um die Wette growlt.

„Tunnel Of No Light“ ist, so sperrig der Sound eigentlich ausgefallen ist, ein Wohlfühlalbum. Die Death Metal-Anteile wurden ein wenig zurückgefahren, ohne jedoch auch nur im Ansatz zu verschwinden, während Doom und Melodik weiter in den Mittelpunkt rücken. Das Ergebnis klingt groß, eindrucksvoll, überaus unterhaltsam. Mit fortlaufender Spieldauer mangelt es zwar an Abwechslung – man verträgt nur so und so viele Melodien bzw. verhinderte Gesangspassagen – aber wenn man dieses Gebräu mag, stört das kaum. Norrman hat October Tide endgültig zurück in die Spur gebracht und überflügelt erstmals seine ehemalige Hauptband.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.03.2013
Erhätlich über: Pulverised Records (Soulfood Music)

Website: www.octobertide.net
Facebook: www.facebook.com/octobertideband

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Category: Magazin, Reviews

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