Hierophant – Great Mother: Holy Monster

| 3. April 2013 | 0 Comments

Hierophant

Erst vor drei Jahren gegründet, haben Hierophant bereits mächtig Eindruck hinterlassen. Der chaotische, an Punk und Mathcore angelehnte Hardcore-Sound der Italiener brachte bislang das brachiale, eindrucksvolle, eponyme Debütalbum und ein wenig Kleinvieh hervor. Auftritte mit Tombs, Pelican und Cancer Bats standen ebenso auf dem Plan. Mittlerweile bei den Genre-Spezialisten Bridge Nine gelandet, erscheint das zweite Album „Great Mother: Holy Monster“, das locker an seinen ungestümen Vorgänger anknüpfen kann.

Von der ersten Sekunde an treten die Italiener das Gaspedal durch und erinnern nicht selten an Converge, wozu auch das schrille Aufheulen der Gitarren, beispielsweise im Opener „Son Of The New Faith“, passt. Der Sound ist düster, bleiern und gerät, hohes Tempo hin oder her, zu keiner Zeit ins Straucheln, wirkt trotz spartanischem Underground-Touch differenziert genug. Es ist eine mächtige, dennoch ausgeglichen produzierte Wand, die Tracks wie „Son Of Egoistic Love“ und den Nackenschlag „Son Of The Tongue’s Prison“ vorantreibt. Frontmann Karl kotzt sich die Seele regelrecht aus dem Leib, gelegentliche semi-melodische Einschübe sind bestenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein. Selbst der verstärkte Einsatz von Groove-Passagen und Midtempo-Ansätzen in den beiden letzten Tracks entschärft die Lage nicht, ganz im Gegenteil: brachial bleibt brachial.

Nach gut 27 Minuten Musik wischt man sich erst einmal den Schweiß von der Stirn. So ‚wenig‘ Musik das auch sein mag, Hierophant überrennen ihre Hörer so dermaßen, dass diese erzwungene Verschnaufpause eine willkommene ist. „Great Mother: Holy Monster“ ist ein hässlicher, entstellter Bastard, der trotz aller Rastlosigkeit erstaunlich ausdifferenziert und pointiert produziert wurde, das rücksichtslose, entfesselte Auftreten der Italiener perfekt auf Platte bannt. Hierophants zweites Album klingt in etwa so, als würden Converge ihre melodischen Experimente durch chaotische Grautöne und eine Prise Sludge eintauschen; eine königlich unterhaltsame Angelegenheit.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 05.04.2013
Erhätlich über: Bridge Nine Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/HIEROPHANTKVLT

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Category: Magazin, Reviews

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