Kavrila – Rituals II

| 3. Dezember 2018 | 0 Comments
Kavrila

(c) Hand Of Doom Records

Zweite Teile von Trilogien schwimmen gerne mal mit der Masse mit. Sie erweisen sich als solides Bindeglied, als guter Übergang, können viel zu oft die Klasse der jeweiligen Vorgänger und Nachfolger nicht so ganz halten. Kavrila aus Hamburg denken erst gar nicht in solchen Gefilden. Die deutschen Nachbarn packen auf „Rituals II“, dem zweiten Teil ihrer Trilogie, abermals einen wütenden Mix aus Doom, Sludge, Crust und Hardcore Punk aus.

Gerade der Anfang kommt besonders gut: „Lidless“ bleibt gut eineinhalb Minuten fast komplett ruhig, dann entführt eine aufheulende Gitarre sogleich in media res. Die bewährte Mischung – brutal, kratzbürstig und zugleich richtig schön schwerfällig – schlägt in diesem Fall etwas stärker gen Converge aus, nur um im richtigen Moment die Heavyness von Allfather auszupacken. Ähnlich heavy, wenngleich direkter, gibt sich „Explusion“. Kompakt und monströs arrangiert, speit das Quartett hier Gift und Galle, bevor der große Fade-Sturm einsetzt. Ebenfalls lecker: „Mass Misery“ mit seinem überraschend rockigen Riff.

Die Vinyl-Version darf sich zudem über ein kleines Experiment auf der B-Seite freuen. „Days Of Wrath“ rückt weitestgehend vom gängigen Bandsound ab. Post Metal trifft Noise und geht auf fünfminütige Sinnsuche durch reduziertes Switchblade-Kargland. Auch das hat Stil und passt somit auf eine weitere hochklassige EP. „Rituals II“ nimmt den Schwung des Vorgängers sowie des Debütalbums „Blight“ locker auf, wirkt insgesamt eine Spur kompakter und zeigt zugleich, wo die Reise hingehen könnte. Auf den abschließenden dritten Teil der Kavrila’schen Trilogie darf man nach diesem Leckerbissen mehr als gespannt sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.12.2018
Erhältlich über: Hand Of Doom Records (Broken Silence)

Facebook: www.facebook.com/kavrilaband

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Category: Magazin, Reviews

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