Wire Love – Leave The Bones

| 27. November 2018 | 0 Comments
Wire Love

(c) This Charming Man Records

Ein Ende kann auch ein Anfang sein: Orbit The Earth lösten sich Anfang 2017 auf, am Ende desselben Jahres stellte sich die Nachfolgerband Wire Love vor. Musikalisch gibt es natürlich gewisse Parallelen, auch wenn der Härtegrad gen Decke steigt. Post-Hardcore und ein wenig Mathcore kollideren mit dicken Rock-Hymnen – kann das gut gehen? Das Debütalbum „Leave The Bones“ kennt nur eine Antwort: Ja, verdammt noch mal!

Zwischen den Stühlen rattert es besonders laut, das versteht bereits der Opener „Symmetry“ perfekt. So brachial und abgefuckt der Song auch loslegt, so komplex und hymnisch gestaltet er sich in weiterer Folge. Vom anfänglichen Math-Gummitwist hangelt sich das Quartett mehr und mehr in ausladende, proggig angehauchte Post-Gefilde, während die Melodieführung schon mal ins Stadion zieht. Botch lassen grüßen und winken auch ganz eifrig im folgenden „Red Dress“. Auch hier deutet sich zunächst Dauerfeuer an, doch das gekonnte Wildern in Alternative-Sphären verleiht dem Song wahrlich besondere Ecken und Kanten, auch wenn das hier insgesamt in Richtung Glättung gehen könnte.

Das andere Extrem halten Wire Love bis zum Ende des Albums zurück. „Bones“ kratzt an der Sieben-Minuten-Marke und erinnert an die epischen Post-Metal-Anflüge von Converge, Ambient-Note natürlich inklusive. Zeitlupentempo, konstanter Aufbau, Klargesang und unwahrscheinlich bewegende Harmonien tragen zu einer Explosion, die jedoch ausbleibt. Wer es hingegen eine Spur schroffer und dissonanter mag, lässt sich in die Ballerburg „Movement“ entführen. Zwar dauert es ein wenig, bis der Track in die Gänge kommt – man zäumt das Pferd dieses Mal von hinten auf – doch dann wird es stetig chaotischer und kaputter, bis schließlich Hören und Sehen vergehen.

Vertraute Klänge kollidieren mit kollektivem Wahnsinn: „Leave The Bones“ nimmt das Beste von Orbit The Earth mit und steckt seine kreative Energie in neue, noch extremere Wege. So ruhig und eingängig, aber auch so vertrackt und heavy kannte man die Vorgängerband nicht. Wire Love machen von der ersten bis zur letzten Sekunde Dampf und überzeugen mit erstaunlich hoher Dichte an Nackenbrechern und Hirnfutter. An diesem Überflieger müssen sie sich künftig messen lassen – was für ein Einstand.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 30.11.2018
Erhältlich über: This Charming Man Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/wirelovemusic

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Category: Magazin, Reviews

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