Them – Manor Of The Se7en Gables

| 25. Oktober 2018 | 0 Comments
Them

(c) SPV

So vertraut Image, Präsentation und Texte auch wirken: Them sind keinesfalls ein reiner Mercyful Fate-Tribute-Act. Das Debütalbum „Sweet Hollow“ brillierte vor zwei Jahren mit Horror-Lyrics, engmaschigem Konzept und mitreißenden, klassischen Metal-Klängen. Natürlich widmet sich auch der Nachfolger einer in sich geschlossenen Geschichte, wirkt aber zugleich eigenständiger als zuvor. „Manor Of The Se7en Gables“ hat das Zeug zum Überraschungshit.

Cineastische Zwischenspiele, Spoken-Word-Storytelling und B-Movie-Atmosphäre begleiten diese 55 Minuten und machen sehr viel richtig. Nach dem ausgedehnten Intro „Residuum“, welches die Szenerie aufbaut, geht „Circuitous“ sogleich nach vorne. Die Speed-Metal-Elemente wurden weiter ausgebaut, Thrash-Anteile scheinen langsam aber sicher Oberhand zu gewinnen. KK Fossor erinnert natürlich immer noch ein wenig an den King, hat aber ebenso eine eigene, herrlich ungewöhnliche Präsenz. Druckvolle Strophen, der hymnische Refrain und rasiermesserscharfe Gitarrenarbeit tragen durch diese Mini-Monstrosität.

Tatsächlich klingen Them auf ihrem zweiten Album eine Spur eingespielter und haben sich, um eine klassische Floskel zu verwenden, als Band weiterentwickelt. Die Filigranität eines „Maleficium“ hätte zuvor vielleicht nicht funktioniert, gerade was die dicken Harmonien und mitreißenden Power-Metal-Elemente betrifft. „Ravna“ spielt geschickt mit purer Düsternis und setzt in punkto Heavyness ein kleines Ausrufezeichen. Zwischendurch sprintet „The Secret Stairs“ mit fieser Thrash-Energie nach vorne, während „Witchfinder“ die Brücke zwischen sämtlichen Welten schlägt und wohl als bis dato komplettester Them-Song durchgeht.

Hörbare, geradezu überschäumende Spielfreude begleitet das zweite Album der international besetzten Band. Natürlich bedienen Them nach wie vor sämtliche Horror- und Metal-Klischees mit wachsender Begeisterung. Das mag campy anmuten, reißt aber mit, weil die Songs einfach nur unterhaltsam ausfallen. Greifbare Energie, mehr Eigenständigkeit und sympathische Spielfreude machen „Manor Of The Se7en Gables“ zur nächsten Top-Platte, die vergleichbare, imagebetonte Acts wie Ghost locker in die Tasche steckt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 26.10.2018
Erhältlich über: Steamhammer (SPV)

Website: www.them666.com
Facebook: www.facebook.com/thembandofficial

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Category: Magazin, Reviews

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