Drip-Fed – Drip-Fed

| 24. Oktober 2018 | 0 Comments
Drip-Fed

(c) I.Corrupt.Records

‚Hardcore rockt‘ – so oder so ähnlich könnte das Mission Statement von Drip-Fed lauten. Die Newcomer aus Austin, Texas fügen der illustren Genre-Geschichte ihrer Heimatstadt ein neues, hochspannendes Kapitel hinzu. Zwischen Hardcore und melodischem Punk Rock angesiedelt, wirft das Quintett seit 2014 Kleinformate am laufenden Band ab und beackert vor allem Bühnen in der Heimat. „Drip-Fed“ ist zugleich auch der Titel ihres Debütalbums.

Klar, bei gerade einmal 25 Minuten Spielzeit ist es so eine Sache, über ein ‚Album‘ zu sprechen. Was auf dieser recht knapp bemessenen LP allerdings passiert, reißt vom ersten Takt an mit. Jeffrey Blums heisere Shouts wären für sich alleine bereits fein, im Zusammenspiel mit den unruhigen Arrangements explodieren sie aber förmlich. Das kommt vor allem im grandiosen Opener „Tell Me Off“ durch. Natürlich schwingen die Fäuste hier fast automatisch gen Atmosphäre, der angenehm eingängige, leicht dreckige Punk-Drive darunter lässt einen bereits guten Song abheben.

So funktioniert auch der Rest der Platte, wie härtere The Dirty Nil, ein wenig an Modern Life Is War oder Black Flag erinnernd. „Profit Of God“ betont die Core-Schlagseite der Band, nur um im richtigen Moment mit beinahe tanzbaren Riffs anzukommen. „Electric Kool-Aid“ geht hingegen binnen Sekunden zum vollkommenen Angriff über. Kurze Spoken-Word-Parts und eine Gitarrenfront, welche die Dead Kennedys mit The Hives (!) vereint, treffen ins Schwarze. Selbst die manische, bissige Düsternis von „Meat“ und der leicht entstellte, verkappt hymnische Abgang „Intertwine“ funktionieren bestens.

Ohne Anlaufschwierigkeiten finden Drip-Fed in die Spur und treten mächtige HCP-Lawinen vom Stapel. Schnell hört man sämtliche Einflüsse heraus, was aber zu keiner Zeit stört, denn schließlich schimmert stets die ureigene Handschrift der Texaner durch. Das sorgt für kurzweilige, mitreißende und durchaus eingängige Action auf einem von hinten bis vorne hörenswerten Debütalbum. So kompromisslos können Genre-Hits sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 26.10.2018
Erhältlich über: I.Corrupt.Records

Facebook: www.facebook.com/dripfedtx

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Category: Magazin, Reviews

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